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Politik
02/28/2012

Wo ist Russlands nächste First Lady?

Wladimir Putin führt Wahlkampf. Seine Frau aber ist nirgendwo zu sehen – und heizt so erneut Trennungsgerüchte an.

von Ingrid Steiner-Gashi

Man stelle sich vor: US-Präsident Barack Obama spult den Wahlkampf ohne seine Frau Michelle herunter. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy zeigt sich nie mehr mit Carla Bruni. Oder der designierte deutsche Bundespräsident Joachim Gauck versteckt die Dame seines Herzens, Daniela Schadt, vor der Öffentlichkeit. Im russischen Wahlkampf aber klafft auf dem Platz, wo sich die First Lady des Landes präsentieren sollte, ein schwarzes Loch.

Kein einziges Mal war Ludmilla Putina (54) in den vergangenen Monaten an der Seite ihres mächtigen Mannes zu sehen. Keine gemeinsamen Auftritte, keine sorgsam inszenierten Homestorys, keine TV-Spots. Konstant sind nur die dürren Dementis aus dem Kreml: Nein, Wladimir Putin sei natürlich nicht von seiner Frau geschieden. Der Beweis dafür: Er trage immer seinen Ehering.

Doch Putin wurden bereits mehrfach Affären mit jungen, grazilen und vor allem sportlichen Frauen nachgesagt. Und das bis dato letzte Mal, dass die Putina von einer Kamera erspäht wurde, liegt fast ein Jahr zurück, als sie – ohne Ehemann Wladimir – nach Schottland reiste.

Wo also ist die frühere First Lady, die nach den Wahlen am Sonntag wieder die neue Erste Dame des Landes sein wird? Wurde die wenig mondäne, ein wenig in die Breite gegangene Mutter zweier erwachsener Töchter, 27 und 26 Jahre, von ihrem Ehemann in die hintersten Winkel des Kreml „verräumt“, wie böse Zungen behaupten?

Oder hat sie, die bis vor wenigen Jahren stets an der Seite Putins aufgetreten war, selbst darum gebeten, nur noch im Hintergrund zu bleiben? Immer unglücklicher hatte die ehemalige Stewardess und spätere Deutschlehrerin mit dem Hang zu unvorteilhafter Kleidung gewirkt, ehe sie vor vier, fünf Jahren fast ganz aus der Öffentlichkeit verschwand.

Die neuesten Gerüchte vermuten Ludmilla Putina sogar in einem Kloster. Abgeschirmt oder abgeschoben – über die Nonne „Ludmilla“, die ihrem mächtigen Wladimir so nicht schaden kann, macht sich Moskaus Kabarettistenszene offen lustig.

„Schwester Irina“

Ludmilla Putina wäre nicht die erste Politikergattin, die ihr Seelenheil im Kloster finden würde. Auch die erste Ehefrau des serbischen Präsidenten Boris Tadic zog sich nach ihrer Scheidung ins Kloster zurück. Die aparte, frühere Journalistin lebt seit vier Jahren als „Schwester Irina“ im serbisch-orthodoxen Kloster Pec – im Kosovo.

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