Politik 05.12.2011

"Wir brauchen dringend internationale Hilfe"

Wario Adhe arbeitet seit Jahren mit der österreichischen Caritas zusammen. Er ist mitten in der Dürre-Region tätig.

Der KURIER sprach mit dem Helfer Wario Adhe über...

... die momentane Lage Ich befinde mich in der Stadt Marsabit in Nordkenia. Es hat hier in der Region zum Teil seit drei Jahren nicht mehr geregnet. Dort, wo es Niederschläge gegeben hat, waren diese zu wenig, um etwas an der Situation zu ändern. Es gab in den letzten Jahrzehnten viele Dürreperioden, aber diese Dürre ist mit keiner zuvor vergleichbar. Wir haben 50 Grad, und die Dorfgemeinschaften, die ich betreue, sind von Wasser- und Nahrungslieferungen abhängig.

... die Bevölkerung Es sind alle Menschen am Horn von Afrika von der Dürre betroffen. Es gibt auch Flüchtlinge aus den umliegenden Regionen. Die Grenzen zwischen Äthiopien, Kenia und Somalia sind offen. Denn viele haben Stammesangehörige in allen drei Staaten. Für die Vieh-Nomaden ist es nahezu unmöglich geworden, noch Weidegründe zu finden. Sehr viele Tiere sind mittlerweile verendet. Und wenn die Menschen nicht bald unterstützt werden, werden auch noch die letzten Tiere verenden. Damit würden die betroffenen Nomaden ihre Existenzgrundlage verlieren. Es muss den Menschen hier ganz schnell geholfen werden, sonst werden sehr viele sterben.

... die Schulen in der Region Die Schulen sind von der Dürre sehr stark betroffen. Viele wurden, aufgrund der Nahrungsmittelknappheit, früher geschlossen. Das ist ein Riesenproblem, da die Ausbildung unserer Kinder das Wichtigste ist, unsere Zukunft gleichsam. So wie es im Moment aussieht, ist es auch nicht möglich, im September diese Schulen wieder zu öffnen.

... die internationale Hilfe Die Versorgung durch die Regierung hat sich in letzter Zeit stark verschlechtert. Sie ist mit der Zahl der Bedürftigen überfordert. Wir brauchen dringend internationale Hilfe. Die Menschen, die wir im Moment versorgen, sind für alles dankbar.

Erstellt am 05.12.2011