Politik 19.04.2012

Waffenarsenal für Asia-Shops

© Bild: APA/SID NÖ

In NÖ wurden insgesamt 20.000 teils verbotene Waffen sichergestellt. Gegen eine eingebürgerte Chinesin wird ermittelt.

Ein riesiges Arsenal von mehr als 20.000 Waffen, das über zwei Asia-Shops in Wien und bei Kirtagen gewinnbringend verkauft werden hätte sollen, hat diese Woche die niederösterreichische Polizei im Bezirk Baden ausgehoben. In einer Lagerhalle in Blumau-Neurißhof wurden im Zuge einer Hausdurchsuchung 16.300 Messer, Dolche und Macheten, 800 verbotene Waffen sowie 3261 Softguns sichergestellt. Jugendliche, die aus Neugierde ein paar der Kampfwerkzeuge gestohlen hatten, haben die Ermittler auf die Spur des asiatischen Händlerrings gebracht.

Wie so oft hat auch in dieser Causa der Zufall Regie geführt. „Wir haben bei einem jungen Burschen im Zuge einer Amtshandlung einen Schlagring entdeckt", schildert ein Beamter der Polizeiinspektion Günselsdorf im Bezirk Baden. Der Bursche erzählte, dass die illegale Waffe aus dem riesigen Arsenal stammte, dass eine Gruppe Jugendliche in der Halle in Blumau entdeckt hatte. Der Sohn des Hallenvermieters war durch ein geöffnetes Fenster eingestiegen und hatte sich aus den Kartons bedient und die asiatischen Kampfwaffen in seinem Bekanntenkreis verteilt beziehungsweise verkauft. Bei neun Jugendlichen im Alter von 13 bis 17 Jahren stellte die Polizei bisher knapp 90 Messer und ähnliches sicher.

Knochenarbeit

Das wahre Ausmaß des Lagers wurde erst nach Öffnung der Halle deutlich. Es dauerte zwei Tage, bis die Polizei die mehr als 20.000 Waffen erfasst und in Kategorien eingeordnet hatte. Die Lagerhalle war von der 37-jährigen eingebürgerten Chinesin Wei L. aus Wien-Mariahilf angemietet worden. Die Frau hatte die Waffen anscheinend billig aus China importiert, um sie in ihren Asia-Shops oder auf Märkten zu verkaufen. Laut gefundener Zollpapiere waren einige Waffen sogar als Spielzeug deklariert. Die 37-Jährige wird nicht nur nach dem Waffengesetz angezeigt, parallel laufen auch gewerberechtliche Überprüfungen.

 

Erstellt am 19.04.2012