Flachere Gehaltskurven und neue Aufgaben warten auf die Pädagogen.

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Politik
04/01/2012

Votum: Lehrer gratis länger in der Schule

Soll es für mehr Zeit in der Schule mehr Gehalt geben? Eine knappe Mehrheit spricht sich in einer KURIER-OGM-Umfrage dagegen aus.

von Karin Leitner

Osterferien für Schüler und Lehrer. Osterfrieden zwischen Politik und Lehrervertretern. Nach den Feiertagen wird Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) einen Termin mit ihnen fixieren – um über Strittiges zu reden. Bei einer Klausur will sie den Gewerkschaftern den Sanktus zu einem neuen Dienst- und Gehaltsrecht für künftige Pädagogen abtrotzen.

Der Kern: Junglehrer sollen mehr Zeit in der Schule verbringen. Der Plan von Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP), die Schmied bei den Verhandlungen zur Seite steht: "30 Prozent mehr Arbeit, 20 Prozent mehr Lohn." Für die Lehrergewerkschafter kommt das nicht infrage. "Nein zu Mehrarbeit ohne Lohnausgleich", heißt es. Was wollen die Bürger?

Nichts drauf

In einer OGM-Umfrage für den KURIER befindet eine Mehrheit von 42 Prozent, dass sich die Gesamtarbeitszeit der Pädagogen mit dem neuen Dienstrecht ja nicht verändern würde; "es verlagere sich lediglich Arbeit von zu Hause in die Schule", sagt OGM-Chef Wolfgang Bachmayer. Daher meinen diese 42 Prozent, dass das Gehalt der Lehrer nicht aufzubessern sei.

29 Prozent der Befragten behagt Fekters Modell: Von sechs Stunden mehr an der Schule sollten vier bezahlt werden. Für eine Minderheit von zehn Prozent ist gerechtfertigt, was die Standesvertreter fordern: 30 Prozent mehr Zeit mit den Schülern sei voll abzugelten.

In Summe finden also 39 Prozent, dass es für mehr Zeit in der Schule etwas draufgeben sollte.

Interessantes Detail: 60 Prozent der über 50-Jährigen verwahren sich gegen einen Gehaltszuschlag – weil die Gesamtarbeitszeit ja gleich bleibe. 30- bis 50-Jährige sind gnädiger; nur 35 Prozent hätten gern, dass es nicht mehr Geld gibt. Bei den bis zu 30-Jährigen sind es nur 16 Prozent. "Jüngere sind näher an der Realität dran, weil ihre Schulzeit nicht lange her ist – oder weil sie Kinder haben. Sie wissen um die Belastung der Lehrer", analysiert Bachmayer. Fazit des Meinungsforschers: "Angesichts des Sparpakets ist es bemerkenswert, dass es de facto fifty-fifty steht: zwischen jenen, die Lehrern nicht mehr Geld zugestehen und jenen, die ihnen für mehr Zeit an der Schule finanziell zumindest ein bisschen mehr geben würden." Das kategorische Njet der Gewerkschaft zu Fekters Angebot komme daher nicht gut an: "Dafür hat die Bevölkerung kein Verständnis."

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