Politik 02.01.2012

Verwirrung um Irans Langstreckenraketen

© Bild: dapd(c) AP

Der Streit um Atomprogramm und Öl-Sanktionen spitzt sich zu. Zuvor bestätigte Langstreckentests wurden nun wieder dementiert.

Der Iran wolle sich darauf vorbereiten, in einer Kriegssituation dem Feind entgegentreten zu können. Deshalb habe man am Samstag im Persischen Golf Langstreckenraten getestet, die sowohl Israel als auch die wichtigen US-Stützpunkte in der Golf-Region und Afghanistan bedrohen könnten. Das hatte die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars berichtet. Doch am Sonntag war wieder alles anders: Der stellvertretende Marine-Befehlshaber Admiral Mahmoud Moussavi sagte dem englischsprachigen Sender Press TV, der Test sei noch gar nicht erfolgt - sondern erst "in den nächsten Tagen". Dabei hatte Fars zuvor Moussavi zitiert, er habe die Raketenabschüsse bestätigt. Mit den Tests wolle der Iran der Drohung, die weltweit wichtigste Ölhandelsroute zu schließen, Nachdruck verleihen.

Teheran hatte angedeutet, die Straße von Hormus dicht zu machen, falls der Westen im Streit um das Atomprogramm des Iran wie angekündigt die iranischen Ölexporte mit Sanktionen belegt. Durch die Straße von Hormus floss 2009 etwa ein Drittel des weltweit über das Meer transportierten Öls. Die USA haben den Iran mit deutlichen Worten vor einer Blockade der Straße von Hormus gewarnt und schließen in dem sich zuspitzenden Konflikt auch militärische Mittel grundsätzlich nicht aus.

Spirale

Am Donnerstag hatten die USA bekanntgegeben, zur Wahrung der Sicherheit am Golf ihrem langjährigen Verbündeten Saudi-Arabien Kampfflugzeuge und andere Waffen im Wert von knapp 30 Milliarden Dollar (23,2 Mrd. Euro) zu verkaufen. Der Iran sei eindeutig eine der Bedrohungen, der Saudi-Arabien und andere Länder der Region ausgesetzt seien - auch wenn der Verkauf nicht allein gegen den Iran ziele, erklärte die Regierung in Washington.

Der Konflikt zwischen dem Westen und dem Iran hatte sich verschärft, nachdem sich nach Erkenntnissen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) der Verdacht erhärtet hat, dass das Land nach Atomwaffen strebt. Die Islamische Republik weist dies zurück. Die Europäische Union will Ende Jänner neue Strafmaßnahmen gegen den Iran verhängen.

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Erstellt am 02.01.2012