Politik
05.12.2011

Vertrauensindex: Scheuch Schlusslicht

Dörfler legt im neuen OGM-Vertrauensindex über das dritte Lager stark zu. An der Spitze steht Straches Vize.

Manchmal ist der Sieg eine Frage der Perspektive. Deshalb heißt der Gewinner im jüngsten OGM-Vertrauensindex der Rechtsparteien Gerhard Dörfler. Am Gesamtbild hat sich zwar seit der letzten Umfrage vor einem Jahr nichts geändert: Der Saldo aus "Vertrauen" und "Kein Vertrauen" ist bei allen Politikern des Dritten Lagers nach wie vor negativ. Der Kärntner FPK-Landeshauptmann Gerhard Dörfler hat aber den größten Sprung in Richtung Positiv-Zone gemacht: 2010 lag sein Saldo noch bei minus 42 Prozent, in der aktuellen Umfrage kommt Dörfler auf minus 15. OGM-Chef Wolfgang Bachmayer führt das auf die Einigung im Ortstafel-Streit zurück.

Erst am vergangenen Dienstag wurden ja in Bad Eisenkappel/Železna Kapla die ersten Schilder gemäß des neuen Verfassungsgesetzes montiert, Dörfler sagte dabei auf Slowenisch "Danke sehr" - "Hvala lepa".

Auch der große Verlierer der aktuellen Umfrage ist ein Kärntner: FPK-Chef Uwe Scheuch ist nach der erstinstanzlichen Verurteilung in der "Part of the Game"-Affäre das neue Schlusslicht im OGM-Ranking: Er war schon 2010 mit minus 46 Prozent unter den am schlechtesten Bewerteten, mit einem Minus von 62 Prozent hat er nun sogar Peter Westenthaler "überholt". Nur sieben Prozent gaben an, dass sie Scheuch vertrauen, 69 Prozent tun dies nicht. BZÖ-Politiker Westenthaler kommt auf minus 46 Prozent - eine leichte
Verbesserung im Vergleich zu 2010 (minus 52).

Ausreißer

In der Bundes-FPÖ ist Vize-Parteichef Norbert Hofer der positive Ausreißer: Der Burgenländer schneidet insgesamt am besten von allen Rechtspolitikern ab, er liegt nur sieben Prozent unter der Plus-Minus-Grenze. 2010 wurde Hofers Werte noch nicht erhoben. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache liegt mit minus 29 im Mittelfeld. Eine leichte Verschlechterung: Zuletzt lag sein Saldo bei Minus 22. Für OGM-Chef Bachmayer ist "bemerkenswert", dass 33 Prozent der Befragten Strache ihr Vertrauen ausgesprochen haben.

Werner Königshofer, der wegen des Vergleiches von Abtreibungen mit dem Oslo-Massaker aus der FPÖ ausgeschlossen wurde, kommt auf minus 43 Prozent - sein Wert wurde erstmals abgefragt. Auch BZÖ-Chef Josef Bucher gehört mit minus 18 zu den Verlierern, im Mai kam er noch auf minus 14.

Zum Vergleich: Kanzler Werner Faymann (SPÖ) und sein Vize Michael Spindelegger (ÖVP) kamen im Mai auf plus 9 bzw. plus 14 Prozent.