Politik
05.12.2011

Verheerender Doppelanschlag in Pakistan

Mindestens 24 Menschen starben, als sich zwei Selbstmordattentäter in die Luft sprengten. Die Taliban bekannten sich zu dem "Racheakt".

In Südwesten Pakistans sind bei einem Doppelanschlag am Mittwoch mindestens 24 Menschen getötet worden. Die Tat richtete sich gegen die paramilitärischen Grenztruppen in Quetta, die vor zwei Tagen die Festnahme des ranghohen El-Kaida-Mitglieds Younes al-Mauretani bekanntgegeben hatten. Die Taliban bekannten sich zu den Anschlägen.

Wie ein Polizeioffizier berichtete, habe zuerst ein Selbstmordattentäter sein mit 50 Kilogramm Sprengstoff beladenes Auto an der Mauer der Residenz des Vize-Kommandanten der Grenztruppen, General Farrukh Shehzad, in die Luft gesprengt. Anschließend sei ein weiterer Attentäter auf das Gelände vorgedrungen. Dieser habe zwei Granaten geworfen und dann in dem Haus seinen Sprengstoffgürtel gezündet.

Vor der Residenz hatten zahlreiche Sicherheitskräfte gewartet, da sie den General zur Arbeit eskortieren sollten. Mehr als 80 Menschen wurden verletzt, laut Sicherheitsvertretern auch der General und mindestens eines seiner Kinder. Seine Frau kam nach Angaben der Polizei ums Leben. Unter den 24 Toten waren mindestens elf Angehörige der Grenztruppen und der Armee.

Anschläge aus "Rache"

Mehrere Fahrzeuge und Motorräder der Grenztruppen wurden von den Flammen erfasst. Auch eine nahe gelegene Moschee und mehrere Residenzen von Militärs wurden durch die Wucht der Explosionen schwer beschädigt. In den Trümmern am Anschlagsort fand die Polizei den abgetrennten Kopf eines Attentäters sowie einen Ausweis. Demnach soll der Mann aus der nordafghanischen Provinz Kunduz stammen.

Die Taliban bezeichneten die Doppelanschläge als "Rache" für die Verhaftung Mauretanis. Nach Angaben der pakistanischen Armee soll dieser auf Geheiß des mittlerweile getöteten Al-Kaida-Führers Osama Bin Laden Anschläge in den USA, in Europa und Australien geplant haben.