Politik 31.03.2012

USA: Rekord-Jackpot geknackt

Die Nation lag im Lottofieber – nun knackten mindestens drei Spieler die Rekordsumme von 640 Millionen Dollar.

Es sei neun Mal wahrscheinlicher, in diesem Jahr von einem he­runterfallenden Fenster erschlagen zu werden, als den größten Jackpot aller Zeiten zu knacken, rechneten amerikanische Medien vor. Oder mathematisch ausgedrückt: Die Chance auf den Rekordgewinn lag bei minimalen 1 zu 176 Millionen.

Doch ein Spieler (oder eine Spielgemeinschaft) aus dem US-Staat Maryland, einer aus Illinois und einer aus Kansas hatten das unwahrschein­liche Glück: Sie dürfen sich nun sagenhafte 640 Millionen Dollar (umgerechnet fast eine halbe Milliarde Euro) teilen – es sei denn, es kommt noch der eine oder andere Gewinner dazu.

Das Jackpot-Fieber hat das wirtschaftsgebeutelte Land in den vergangene Wochen in Atem gehalten. Als am Dienstag zum 18. Mal in Folge niemand den Jackpot knacken konnte, stieg der Superpreis um rund 280 Millionen Dollar an. Bei der Ziehung am Freitagabend waren die Zahlen 2, 4, 23, 38, 46 und die Zusatzzahl Megaball 23 für den sagenhaften Gewinn entscheidend.

Ansturm

Die Lotteriestellen konnten in den letzten Tagen in den ganzen USA einen beispiellosen Ansturm verzeichnen. Für die Ziehung mit dem Rekord-Jackpot sind mehr als eine Milliarde Scheine verkauft worden. Fernsehbilder zeigten Schlangen an Tank­stellen, Zeitungsständen und Grenzübergängen. In acht US-Staaten ist das Lottospiel verboten. Grenzgänger, die dennoch mitspielen wollten, sorgten für lange Warte­zeiten. US-Medien überschlugen sich mit Schlagzeilen wie "Glücksspielrausch", "Lottowahnsinn" und "Jackpot-Hysterie".

Menschenverstand

Michelle Singletary von der Washington Posthat Verständnis für das Lottofieber, da "speziell die Wirtschaft so viele Menschen gerädert hat." Obwohl sie und ihr Ehemann sonst nie spielen, hat auch sie, wie sie selbst schrieb, "ihren gesunden Menschenverstand weggeworfen und ein Los gekauft." Was man doch nicht alles mit 640 Millionen tun könnte. Als Erstes würde sie den Wunsch der Kinder erfüllen und einen Pool kaufen. Den Rest würde sie spenden und in eine Stiftung geben. Aber sie gewann dann ja doch nicht.

Pleite

Doch ein hoher Gewinn birgt auch immer Gefahr. Wer kennt sie nicht, die Geschichten von glücklosen Lotto-Millionären, die all ihren Gewinn wieder verloren haben, pleite gingen und denen die Familie entglitt.

Dennoch, so schreibt Michelle Singletary, ist laut Studien ein Viertel der Amerikaner überzeugt, mit Lotto spielen viel größere Chancen zu haben, sich ihre Pension zu sichern. In eine staatliche Vorsorge wollen die meisten nicht so schnell investieren.

( Kurier ) Erstellt am 31.03.2012