Politik 08.03.2012

USA-Israel-Deal: Waffen für Kriegsverzicht?

© Bild: EPA

US-Präsident Obama soll Israel Waffen angeboten haben, wenn ein Angriff auf den Iran erst nach der US-Wahl stattfinde.

Die USA sollen Israel einem Medienbericht der Tageszeitung Maariv zufolge im Gegenzug für einen Verzicht auf Luftangriffe gegen den Iran in diesem Jahr moderne Waffen und weitere Rüstungsgüter versprochen haben. Am Donnerstag wurde berichtet, die US-Regierung habe Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu bei seinem USA-Besuch zu Wochenbeginn die Lieferung von bunkerbrechenden Raketen und Tankflugzeugen in Aussicht gestellt.

Israel müsse dafür aber mögliche Luftangriffe gegen iranische Atomanlagen auf frühestens 2013 verschieben - was de facto heißt, die US-Präsidentschaftswahlen im November abzuwarten, hieß es unter Berufung auf westliche Diplomaten und Geheimdienstmitarbeiter.

"Unrealistischer Bericht"

Die beiden Staatschefs am Montag in Washington
© Bild: AP

In den israelischen Regierungskreisen wurde der Bericht als "unrealistisch" bezeichnet - es wurde lediglich bestätigt, dass im Umfeld der Gespräche von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei US-Präsident Barack Obama am Montag die Anfrage nach schweren bunkerbrechenden Bomben und nach Tankflugzeugen an die US-Regierung gestellt worden sei.

Der Westen verdächtigt Teheran, nach Atomwaffen zu streben, was die iranische Regierung zurückweist. Israel fühlt sich durch das iranische Atomprogramm in seiner Existenz bedroht. Netanyahu hatte am Montag in Washington auf das Selbstverteidigungsrecht seines Landes gepocht und zu schnellem Handeln gemahnt: "Niemand von uns kann es sich leisten, viel länger zu warten."

Bevölkerung gegen Militärschlag

Die israelische Bevölkerung steht den Plänen der Regierung allerdings ablehnend gegenüber: Nach einer neuen Umfrage sprechen sich 58 Prozent der Befragten gegen einen Alleingang Israels ausgesprochen, sollten die USA nicht angreifen, schrieb die israelische Zeitung Haaretz am Donnerstag. Damit hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu keine Mehrheit für seine Position, man dürfe mit einem Militärschlag nicht mehr länger warten.

Insgesamt erfreut sich Netanyahu jedoch laut der Umfrage einer starken Unterstützung innerhalb der israelischen Bevölkerung. 50 Prozent der Befragten vertrauten Netanyahu sowie Verteidigungsminister Ehud Barak im Umgang mit dem Iran-Problem.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund

  • Hintergrund

Erstellt am 08.03.2012