Politik 05.12.2011

"Unseriöser" Arztbericht empört DSK-Anwälte

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Die Veröffentlichung des Berichts erregt die Gemüter. Außerdem wird der Fall Strauss-Kahn eine Vorlage für die US-TV-Ermittler aus "Law and Order".

Um Dominique Strauss-Kahn wird es nicht ruhig: Die Anwälte des früheren Chefs des Internationalen Währungsfonds (IWF) haben empört auf die Veröffentlichung eines Arztberichts über die Untersuchung des Zimmermädchens reagiert, das DSK Vergewaltigung vorwirft. "Die Verwendung dieses medizinischen Berichtes, mit dem die Anwälte der Klägerin ihre Anschuldigungen untermauern wollen, ist irreführend und unseriös", erklärten William W. Taylor und Benjamin Brafman am Dienstag in New York. Der Bericht basiere fast ausschließlich auf Aussagen der Klägerin, "die mehrmals gezeigt hat, dass sie nicht glaubwürdig ist", fügten Strauss-Kahns Anwälte hinzu.

Das französische Nachrichtenmagazin L'Express hatte zuvor Auszüge aus dem Bericht über die Untersuchung des Zimmermädchens in einem Krankenhaus in New York drei Stunden nach der Strauss-Kahn vorgeworfenen Vergewaltigung am 14. Mai veröffentlicht. In ihm heißt es den Angaben zufolge unter anderem: "Diagnose: Angriff. Ursache der Verletzungen: Angriff, Vergewaltigung".

Die Anwälte des früheren Chefs des IWF haben empört auf die Veröffentlichung eines Arztberichts reagiert.
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Das Zimmermädchen Nafissatou Diallo wirft dem als IWF-Chef zurückgetretenen Strauss-Kahn unter anderem vor, er habe sie in seinem New Yorker Hotelzimmer zum Oralsex gezwungen. Nachdem Anfang Juli massive Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit aufgekommen waren, kam der 62-jährige Franzose, der als möglicher, aussichtsreicher Präsidentschaftskandidat der Sozialisten gehandelt wurde, unter Auflagen frei. Die Anklage gegen ihn besteht aber weiter. Strauss-Kahns nächster Gerichtstermin soll am 23. August stattfinden. Diallo hat vergangene Woche zudem Zivilklage gegen ihn eingereicht.

Fall Strauss-Kahn in TV-Serie

Die Anwälte des früheren Chefs des IWF haben empört auf die Veröffentlichung eines Arztberichts reagiert.
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Außerdem wird der Fall Strauss-Kahn jetzt auch noch in den USA eine TV-Vorlage: In der ersten Folge der 13. Serienstaffel von "Law and Order: Special Victims Unit" spielt der Schauspieler Franco Nero einen mächtigen Italiener, dem sexuelle Übergriffe vorgeworfen werden, wie das Magazin TV Guide am Freitag auf seiner Internetseite berichtete. Die Folge soll am 21. September ausgestrahlt werden.

Während das Magazin einen Mitarbeiter aus dem Umfeld der Produktion mit den Worten zitierte, die Handlung lehne sich an den Fall Strauss-Kahn an, erklärte ein Sprecher der Produktionsfirma, der Plot sei fiktiv. Die auf dem Sender NBC ausgestrahlte Serie verarbeitet häufig Fälle aus dem wirklichen Leben, die für Schlagzeilen sorgten.

Erstellt am 05.12.2011