Politik
30.01.2012

Ungeliebte Favoriten

Amerikas Konservative werden mit ihren eigenen Kandidaten nicht warm.

Der ideale Präsidentschaftskandidat, diese Erfahrung müssen Amerikas republikanische Wähler derzeit machen, ist leider immer der, der gerade nicht kandidiert. So aber bleibt ihnen nur die Wahl zwischen Mitt Romney und Newt Gingrich, die einzigen beiden Konservativen mit einem realistisch scheinenden Ticket in Richtung Weißes Haus. Einer der beiden wird letztlich das Rennen machen – doch er wird rufgeschädigt und lädiert ins Duell gegen Präsident Barack Obama gehen. Denn schon jetzt hat sich gezeigt, dass das konservative Amerika – immerhin gut die Hälfte des Wahlvolkes – einen anderen, starken Kandidaten bevorzugen würde, um das Land zu führen. Ob Romney oder Gingrich – nur mit der Losung "jeder, nur nicht Obama" wird kein Republikaner die Wahlen gewinnen.

Hunger nach Wechsel

In Form der Tea Party hat sich in den USA in den vergangenen Jahren eine große Bewegung herausgebildet, die mit extrem konservativem Frust und Furor nach einem Wechsel hungert: Gesucht wird nach einem ultra-konservativen Präsidenten, der die USA von ihren Schulden befreit, die Wirtschaft ankurbelt, den Staat auf ein Minimum reduziert und das Land doch zu alter Größe führt. Keine Frage, dass dies kein Politiker welcher Couleur auch immer so schnell schaffen kann. Doch wenn das konservative Wahlvolk dies verlangt, seinen Kandidaten die Eignung dafür aber abspricht, wie soll da ein Romney oder Gingrich gewinnen?