Politik
19.12.2011

Tschechien trauert um Vaclav Havel

Die Menschen nehmen von der Ikone der Samtenen Revolution Abschied – an seinem Sarg und an wichtigen Schauplätzen der Wende von 1989.

Zu Vaclav Havels Lebzeiten waren sie Rivalen mit oft diametral entgegengesetzten Meinungen, doch nach seinem Tod war sein Nachfolger Vaclav Klaus der Erste, der sich in das Kondolenzbuch eintrug. Der amtierende Präsident würdigte Havel als Symbol des modernen tschechischen Staates.

Im ganzen Land herrscht Trauer: Am Prager Präsidentenpalast, am Nationaltheater und anderen wichtigen Gebäuden wehen schwarze Fahnen. Soldaten der Burggarde halten Ehrenwache. Havels Sarg ist vorerst in der zu einem Kulturzentrum umgestalteten Sankt-Anna-Kirche in der Prager Altstadt aufgebahrt, wo die Menschen von der Symbolfigur der Samtenen Revolution Abschied nehmen können. Am Mittwoch wird er dann in den Vladislav-Saal der Prager Burg überstellt. Das große Staatsbegräbnis ist für Freitag geplant. Details wollte Präsident Klaus gestern aber zuerst mit Havels Witwe Dagmar besprechen.

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Trauer um Vaclav Havel

Trauer um Vaclav Havel.

Trauer um Vaclav Havel

Trauer um Vaclav Havel

Trauer um Vaclav Havel

Trauer im Vaclav Havel

Trauer um Vaclav Havel.

Trauer um Vaclav Havel

Trauer um Vaclav Havel

Trauer im Vaclav Havel

Trauer um Vaclav Havel

Trauer um Vaclav Havel

Trauer um Vaclav Havel

Trauer um Vaclav Havel

Trauer um Vaclav Havel

Trauer um Vaclav Havel

Die Regierung trat zu einer Sondersitzung zusammen, um die Staatstrauer auszurufen. Gesprochen wurde auch über eine „Lex Havel“. Der frühere Dissident und erste Präsident der freien Tschechoslowakei soll per Gesetz für seine Verdienst um die Freiheit gewürdigt werden.

Schon Sonntagabend war es in Prag und Brünn zu Trauerkundgebungen gekommen: Tausende Menschen legten an wichtigen Plätzen der Revolution von 1989 Blumen ab und zündeten Kerzen an. Auf dem Wenzelsplatz, wo aus Havel-Interviews gelesen wurde, klapperten die Menschen wie vor 22 Jahren mit ihrem Schlüsselbund und sagen Protestlieder. Die Zeitung Lidove Noviny schrieb: „Die Bezeichnung ‚Held‘ sollte man in Friedenszeiten sparsam verwenden. Wenn aber jemand in dieser Zeit und in diesem Land den Sinn dieses wichtigen Wortes erneuert hat, dann war es Vaclav Havel.“

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