Toulouse: Tatvideo an TV-Sender verschickt

This undated and unlocated frame grab provided Wednesday, March 21, 2012, by French TV station France 2 shows the suspect in the killing of 3 paratroopers, 3 children and a rabbi in recent days, Mohamed Merah. French police were preparing to storm an apar
Foto: rts Mohamed Merah (Archivbild) hatte womöglich einen zweiten Komplizen

Ein Video der Morde wurde dem Sender Al Jazeera zugespielt - dies wirft die Frage nach einem weiteren Komplizen auf.

Nach der Serie von Attentaten im südfranzösischen Toulouse suchen die Ermittler nun nach einem zweiten Komplizen des Täters Mohamed Merah: Dem TV-Sender Al Jazeera ist kürzlich ein Video der Taten zugespielt worden, das der Attentäter laut Polizei unmöglich selbst verschickt haben kann. Noch sei unklar, wer das Video am vergangenen Mittwoch abgeschickt habe, aber es "kann nicht Mohamed Merah sein", teilte die Polizei am Dienstag in Paris mit. Merah war ab dem frühen Mittwochmorgen in seiner Wohnung im südfranzösischen Toulouse von der Polizei umzingelt; nach mehr als 30-stündiger Belagerung wurde er erschossen.

Auch beim Diebstahl des Motorrollers, den Merah bei seinen drei Bluttaten benutzt hatte, könnte dieser dritte Mann beteiligt gewesen sein, hieß es am Dienstag von Seiten der Polizei in Paris. Er sei womöglich auch vor den Anschlägen an Vorbereitungen beteiligt gewesen, etwa indem er Motorrad-Zubehör gekauft oder sich zur Abschaltung der Diebstahlsicherung kundig gemacht habe.

Bisher hatten die Ermittler mitgeteilt, dass Mohamed Merah ein Einzeltäter gewesen sei, der vermutlich von seinem älteren Bruder unterstützt wurde. Der Bruder soll auch an dem Diebstahl des Motorrollers beteiligt gewesen sei. Gegen Abdelkader Merah, der in der Nähe von Paris inhaftiert ist, läuft ein Ermittlungsverfahren.

Appell an TV-Sender

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy rief unterdessen die Fernsehsender auf, Videos von den Mordanschlägen, die dem arabischen Sender Al-Jazeera zugespielt worden waren, auf keinen Fall zu veröffentlichen. Dem Appell des Präsidenten schlossen sich auch die Familien der Opfer an.

Das Pariser Büro des arabischen Fernsehsenders Al-Jazeera hatte am Montag einen Film mit dem Zusammenschnitt der Morde des 23-Jährigen erhalten und den französischen Behörden Kopien zukommen lassen. Die Leitung des Senders in Katar will im Laufe des Tages entscheiden, ob die Bilder ausgestrahlt werden sollen. "Das ist eine Videomontage mit Bildern der verschiedenen Morde mit Musik und Koranversen", berichtete ein Ermittler der Nachrichtenagentur AFP. Der Film sei auf einem USB-Stick gespeichert gewesen und außerhalb von Toulouse abgeschickt worden.

Neben dem Film enthielt die Sendung an Al-Jazeera auch einen handschriftlichen Bekennerbrief in französischer Sprache, der von Mohamed Merah unterzeichnet worden sei, wie es von Seiten der Ermittler weiter hieß. Der Brief sei "gespickt mit Rechtschreibfehlern" und von einem "verblüffenden Dilettantismus".

Vater will klagen

Merahs Vater kündigte unterdessen vonAlgerien aus an, den Staat Frankreich wegen der Tötung seines Sohns klagen zu wollen. Die Sicherheitsbehörden hätten seinen Sohn lebendig fassen müssen, sagte er. Zudem wolle er seinen Sohn in Algerien bestatten lassen.

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(apa / ep) Erstellt am
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