Politik 23.04.2012

Todesschütze von Florida auf freiem Fuß

Fall Trayvon Martin: George Zimmerman wurde gegen eine Kaution von 150.000 Dollar bis zum Prozess aus der Haft entlassen.

Er muss eine Fußfessel tragen und sich alle drei Tage bei den Behörden melden; er darf keine Schusswaffe bei sich haben und keinen Alkohol trinken: George Zimmerman ist wieder auf freiem Fuß, was viele Menschen in den USA empört. Der 28-jährige Amerikaner mit hispanischen Wurzeln – Freiwilliger einer Bürgerwehr in Sanford, Florida – hatte Ende Februar den 17-jährigen Schwarzen Trayvon Martin erschossen. Zimmerman machte Notwehr geltend. Das Opfer trug aber keine Waffe.

Der Fall Trayvon Martin hatte eine landesweite Welle der Empörung ausgelöst und eine Debatte über Rassismus entfacht – auch, weil die Polizei den Todesschützen zunächst nicht festnahm. Angesichts der nicht nachlassenden Proteste wurde er Anfang April doch angeklagt.

150.000 Dollar für die Freilassung

Das Opfer Trayvon Martin
© Bild: EPA

Nun ordnete ein Richter Zimmermans Freilassung gegen Zahlung von 150.000 Dollar (113.700 Euro) an, nachdem der Täter sich bei Trayvon Martins Familie entschuldigt hatte. Die Eltern reagierten empört: Die Entschuldigung komme viel zu spät, um glaubwürdig zu sein. Zimmerman habe nur einen guten Eindruck machen wollen, um gegen Kaution aus der Haft entlassen zu werden, sagten sie. Der Täter bleibt bis zum Prozess auf freiem Fuß. Ihm wird Mord mit bedingtem Vorsatz vorgeworfen. Bei einem Schuldspruch droht ihm lebenslang. Wann der Prozess beginnen wird, wird aus Sicherheitsgründen geheim gehalten.

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( Kurier ) Erstellt am 23.04.2012