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Politik
09/21/2012

Tauziehen um Hitlers Geburtshaus

Was passiert mit Adolf Hitlers Geburtshaus in Braunau? Es gibt Interessenten, doch die Besitzerin schweigt.

von Raffaela Lindorfer

Große Wellen schlug das Statement des Braunauer Bürgermeisters, es gebe Überlegungen, das Geburtshaus von Adolf Hitler in ein Wohnhaus umzuwandeln. Eine Gedenkstätte halte er für wenig sinnvoll – gebe es doch in der Umgebung bereits genügend ähnliche Projekte. Einen Tag später relativiert er das: „Es ist eine von vielen Ideen. Fakt ist, dass die Stadt ohnehin nicht beeinflussen kann, was mit dem Haus gemacht wird."

Das zweistöckige Gebäude in der „Salzburger Vorstadt" Nummer 15 steht seit einem Jahr leer. Früher war dort eine Behindertenwerkstätte der Lebenshilfe eingerichtet. Seit 1972 ist das Innenministerium Hauptmieter mit einem unbefristeten Vertrag. Kürzlich wurde bekannt, dass das Ministerium angeblich 4700 Euro Miete bezahlt. Nur, um es zu „okkupieren", munkeln die Braunauer. „Wir wollen verhindern, dass das Haus zum Wallfahrtsort für Menschen bedenklicher Gesinnung wird", bestätigt Sonja Jell vom Innenministerium.

Interessenten

Die aktuelle Debatte ruft Baumeister und Immobilienmakler auf den Plan. Auf Anfrage des KURIER kommt die Gegenfrage: „Wieso, will sie verkaufen?" Ein Baumeister aus dem Bezirk meint, man müsse sensibel damit umgehen, es wäre aber eine Überlegung wert. Der mediale Ansturm würde den Marktpreis aber ohnehin zu stark drücken.

Einer, der von dem Objekt die Finger lassen würde, ist Baumeister Josef Asen. „Nein, da hätte ich ein ungutes Gefühl." Als „zu stark belastet" betrachtet auch Christian Haidinger der Firma Remax in Braunau das Gebäude, zu dem außerdem ein Parkplatz und eine Garage gehören: „Man muss sich schon fragen, welche Leute sich dort einmieten würden." Das Projekt sei unrealistisch, urteilt der Makler.

Florian Kotanko, Obmann des Braunauer Zeitgeschichtevereins, spricht sich dafür aus, das Haus wieder einer „normalen Nutzung" zuzuführen: „Man darf ein Haus nicht dämonisieren." Die Entscheidung über die Zukunft des symbolträchtigen Gebäudes liegt bei der Besitzerin Gerlinde P., die sich bis dato noch nicht zu Wort gemeldet hat. Sie besitze eine Wohnung in Braunau, halte sich dort aber selten auf, sagt ein Nachbar, der nicht genannt werden möchte und betont: „Sie denkt überhaupt nicht daran, zu verkaufen."

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