Politik
05.12.2011

Starker Anstieg bei Biker-Unfällen

Schwere Motorradunfälle mit Todesopfern und Verletzten steigen rasant an. Am Wochenende wurden sogar Kinder verletzt.

Polizei und Verkehrsexperten schlagen Alarm: Motorradunfälle mit Schwerverletzten und Toten stehen an der Tagesordnung. Dieser traurige Trend kündigte sich schon von Jänner bis Mai 2011 an. 14 Menschen kamen in den ersten fünf Monaten des heurigen Jahres bei Motorradunfällen ums Leben. Das sind um fünf Todesopfer mehr als im Vergleichszeitraum 2010.

Horrorcrash

Auch vergangenes Wochenende - bei idealem Motorradwetter - forderten Unfälle einen hohen Blutzoll. Der schlimmste Crash ereignete sich in Vorarlberg. Am Hochtannberg (L 200) überholte ein Biker aus Dornbirn bergaufwärts und in einer Linkskurve einen deutschen Motorradfahrer. Genau zu diesem Zeitpunkt kam ein Zweirad, besetzt mit zwei Personen, talwärts entgegen. Die Fahrzeuge krachten ungebremst ineinander. Die drei Unfallopfer schwebten Sonntag noch in Lebensgefahr.

Im Bezirk Melk (NÖ) wurden Samstagnachmittag in Weitenegg zwei Kinder von einem Motorrad erfasst. Ein 9-jähriger Bub erlitt schwere Verletzungen, seine Zwillingsschwester wurde gestreift und ebenfalls verletzt. Der Unfallhergang ist noch unklar. Samstag und Sonntag erlitten im Burgenland vier und in den übrigen Bundesländern ein gutes Dutzend Biker schwere Verletzungen bei Unfällen.

Untersuchungen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) zeigen die tatsächliche Gefährlichkeit des Bikens. Armin Kaltenegger, Chef der Rechtsabteilung: "Gegenüber dem Pkw ist das Unfallrisiko bei Zweirädern um 33 Prozent höher." Und laut Martin Blum, Sprecher des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) liegt das "tödliche Unfallrisiko für Motorradfahrer um 19 Prozent höher als für Pkw-Lenker": "Tempobolzen und Überholmanöver sind die Unfall-Auslöser."

Extreme Steigerung

Abseits von Statistiken schockieren die heurigen Biker-Unfallzahlen aus Tirol. Sonntag präsentierte die Landesverkehrsabteilung das aktuelle Zweirad-Unfallgeschehen: Alleine im ersten Halbjahr 2011 verunglückten in Tirol 240 Personen. Sechs Motorradfahrer verloren ihr Leben. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres wurden 170 Biker verletzt, ein Motorradfahrer kam zu Tode.
Der Verkehrsclub Österreich fordert jetzt eine Reduzierung der erlaubten Höchstgeschwindigkeiten.