Politik
16.04.2012

Sexskandal um Obamas Leibwächter

Aufregung um den Secret Service, Sprengsätze und Stargast Shakira: Schon vor Beginn des Amerika-Gipfels in Kolumbien ging es turbulent zu.

Die Angelegenheit ist pikant, doch geheim halten konnte es selbst der Secret Service nicht: Mehrere Leibwächter von US-Präsident Barack Obama sind wegen der Untersuchungen eines möglichen Fehlverhaltens im Vorfeld des Amerika-Gipfels abgelöst und in die USA zurückgeschickt worden. Das Treffen der mehr als 30 amerikanischen Staats- und Regierungschefs findet dieses Wochenende in Cartagena in Kolumbien statt.

Wie die Washington Post am Samstag unter Berufung auf einen Sprecher des Secret Service berichtete, wurde eine ungenannte Zahl von Sicherheitsleuten durch andere ersetzt. Die Beschuldigungen richten sich gegen mindestens einen Agenten, der Kontakt zu Prostituierten in Cartagena de Indias gehabt haben soll. Die ganze Einheit, zu der der Beschuldigte gehöre, sei zurückbeordert worden.

Der Sprecher des Secret Service, Edwin Donovan, sagte, der Dienst nehme die Anschuldigungen sehr ernst und betonte, dass die Sicherheit des US-Präsidenten durch den Vorfall nicht betroffen gewesen sei. Die Angelegenheit habe sich vor der Ankunft Obamas zugetragen. Kontaktaufnahme zu Prostituierten sei unschicklich für Angehörige des Secret Service, selbst wenn das in Kolumbien in bestimmten "Toleranzzonen" gestattet sei, hieß es weiter.

 

Detonationen in Cartagena und Bogota

Bereits am Freitagabend gab es Aufregung, als in der kolumbianischen Küstenstadt Cartagena zwei kleine Sprengsätze detoniert sind. Die Sprengsätze mit geringer Explosionskraft gingen in einem Transportterminal und nahe eines Supermarktes hoch. Verletzt wurde niemand.

Auch in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota gingen zwei Sprengsätze hoch. Sie detonierten nach Polizeiangaben nahe der US-Botschaft, ohne dass Menschen verletzt wurden oder Sachschaden entstand. Die Sprengsätze gingen in einer Straße im Stadtzentrum hoch, in der Nähe befinden sich auch mehrere Behördengebäude.


Der heimliche Star

Zudem stiehlt Shakira, Kolumbiens bekanntester Exportschlager, so manchem Staatschef beim Amerikagipfel die Show. Die 35-jährige Pop-Sängerin warb am Freitag wortgewandt für Sozialprojekte und Früherziehungsprogramme für Kinder bis 5 Jahren. Siehe "Shakira for President!"

Offizielle Themen des Gipfeltreffens sind unter anderem der Kampf gegen Armut, Drogenkriminalität, Korruption und Gewalt. Für hitzige Diskussionen sorgte der 1962 erfolgte Ausschluss Kubas aus der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und die seit fünf Jahrzehnten anhaltende Blockade der USA gegen den sozialistischen Inselstaat.

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