Schutz: Freiheit mit Chip und ohne Zeck

Wohnungskatze oder Freigänger? „Es gibt nicht das einzig Wahre. Man muss zum Wohl der Katze entscheiden“, sagt KURIER-Tiercoach Dagmar Schratter.

Dagmar Schratter sieht die größte Gefahr für Streuner mit festem Wohnsitz im Straßenverkehr. Andere Risiken lassen sich durch gründliche Vorsorge verringern. So können Herumtreiber und ihre Halter das freie Leben genießen: Transponderchip Für Katzen, die im Inland bleiben, besteht keine Chippflicht. Reisen die Vierbeiner allerdings mit ins Ausland, müssen sie mit Implantat ausgestattet und offiziell registriert sein. „Das Chippen ist für alle Katzen zu empfehlen. Für mich ist es bei Freigängern ein Muss. Die Tierheime sind voll mit entlaufenen Katzen“, sagt die Expertin.

Die Kennzeichnung unter der Haut erleichtert die eindeutige Identifizierung des Vierbeiners und das Ausfindigmachen des Heimtierbesitzers. Ein Happy End für verirrte Katzen ist damit möglich.

Medizinische Maßnahmen

Katzen können mit einer Kombinationsimpfung vor Katzenseuche und Katzenschnupfen geschützt werden. Für Wohnungskatzen genügt diese Vorsorge. Freigänger sollen zudem prophylaktisch gegen Leukose (auch Katzenaids genannt) geimpft werden. Das lebensbedrohliche Virus wird über Körperflüssigkeiten übertragen. Tollwut ist hierzulande kein Problem, die Schutzimpfung nur bei Auslandsreisen gesetzlich vorgeschrieben. Gut verträgliche Spot-on-Präparate bewahren die Streuner vor Floh- und Zeckenbefall.

„Stubentiger sollen zwei Mal im Jahr entwurmt werden, Freigänger vier Mal im Jahr“, kennt Schratter die Empfehlung der Tierärzte. Kastration Das Entfernen der Keimdrüsen bei Katze und Kater dient der Geburtenkontrolle. Außerdem verteidigen unfruchtbare Vierbeiner ein kleineres Revier. Sie halten sich näher bei ihrem Zuhause auf, überqueren damit auch weniger Straßen und geraten wegen des schwächer ausgeprägten Sexualtriebs seltener in Revierkämpfe. „Die Kastration bei Katzen, die regelmäßig Zugang zum Freien haben, ist vom Gesetz her Pflicht“, sagt der KURIER-Tiercoach. Ausgenommen sind freilich Zuchttiere. Und Katzen in bäuerlicher Haltung. „Das ist unverständlich. Die Fortpflanzung von Bauernkatzen ist ein Problem“, sagt Schratter. Verantwortungsvolle Halter lassen die Tiere auch ohne Vorschrift kastrieren.

Schutzlos

Schutzlos „Lässt man Katzen in die Natur, muss man die Verletzungsgefahr mitbedenken“, sagt die Expertin. Raufereien mit Artgenossen und Mardern sind nicht zu verhindern. Regentonnen und Swimmingpools können zur tödlichen Falle werden. Jäger, Giftköder und Katzenhasser gibt es hier und da. Auch gegen unbeabsichtigtes Einsperren sind die Neugierdsnasen nicht zu wappnen. Mit einem Vorurteil kann Schratter aber aufräumen: „Es stimmt nicht, dass Stubentiger älter werden als Freigänger. Die Lebensweise hat nichts mit der Lebenserwartung zu tun.“

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(kurier) Erstellt am
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