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Politik
12/05/2011

Satellit Rosat steuert auf Erde zu

In der Nacht oder Sonntagvormittag stürzt der deutsche Röntgensatellit unkontrolliert ab. Schaden werden nicht erwartet - theoretisch.

Man weiß nicht, wann. Man weiß nicht, wo. Doch irgendwann zwischen jetzt und Sonntagvormittag kommt der Röntgensatellit Rosat zurück auf die Erde. Er wird unkontrolliert abstürzen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt ( DLR) beruhigt aber: Es sei unwahrscheinlich. dass der Satellit Unheil über die Erde bringen werde, selbst wenn er beim Eintritt in die Erdatmosphäre nicht komplett verglüht. Als größtes Schrottstück mit einem Gewicht von bis zu 1,6 Tonnen könnte theoretisch aber der Spiegel auf die Erde herabfallen - was wohl einen Krater von mehreren Metern Durchmesser verursachen würde. Rosat wiegt insgesamt 2,5 Tonnen.

Hobby-Sternengucker werden enttäuscht: Vom Absturz selbst werde es gar nichts zu sehen geben. Es werde wohl nur über Mitteilungen aus dem amerikanischen Weltraum-Überwachungssystem SSN deutlich werden, dass Rosat heruntergekommen ist.

400 Stundenkilometer

Am Freitag raste das Raumfahrzeug mit den Ausmaßen 2,20 mal 4,70 mal 8,90 Metern weiter mit fast 28.000 Kilometern pro Stunde um die Erde und verlor dabei an Höhe. Von einst 580 Kilometern sank Rosat bis Anfang September auf noch 290 Kilometer und hatte nach letzten Berechnungen vor einigen Tagen noch gut 200 Kilometer Abstand zur Erde.

Die Rosat-Mission im All - eine deutsch-britisch-amerikanische Kooperation - hatte im Sommer 1990 begonnen und wurde nach DLR-Angaben zu einer großen Erfolgsgeschichte für die Wissenschaft. Nach Schäden war Rosat im Februar 1999 aufgegeben worden. Seitdem besteht kein Kontakt zum Satelliten, seine Flugbahn wird aber dauernd neu erfasst.

Der Absturzort lässt sich trotzdem nicht vorhersagen - vor allem, weil Rosat so schnell ist. Auch wenn er durch die Erdatmosphäre gerast ist, hat er laut DLR noch ein Tempo von gut 400 Stundenkilometern und umkreist die Erde binnen 90 Minuten einmal. Unter ihm dreht sich die Erde zudem um ihre eigene Achse.