Politik
11.01.2012

Sabotage-Akte im neuen Skylink

Ein Saboteur treibt seit Monaten im neuen Skylink in Wien-Schwechat sein Unwesen. Der Schaden ist beträchtlich.

Er hat am vergangenen Montag wieder zugeschlagen. Im neuen Terminal am Flughafen Wien-Schwechat, der im Sommer in Vollbetrieb gehen soll, wurden wieder Kabeln der Elektrik abgetrennt.

„Das ist leider nicht das erste Mal“, bestätigt Airport-Vorstandsdirektor Günther Ofner. „Aufgrund des neuesten Vorfalls haben wir die Belohnung für die Ergreifung des Täters von 5000 auf 10.000 Euro erhöht. Irgendjemand will unser Projekt torpedieren.“

Drei Angriffswellen

Das Flughafen-Management und die Kripo in Schwechat beschäftigt der Fall seit Ende Oktober. Ofner: „Seither haben wir drei Angriffswellen registriert.“ Der Saboteur hat in dem 150.000 Quadratmeter großen Areal an den verschiedensten Stellen zugeschlagen. Ende Oktober durchtrennte er mehrere Kabelstränge und Lichtwellenleiter. Bei der Inspektion wurde der Schaden rasch entdeckt.

Dass es sich bei dem Angreifer um keinen normalen Vandalen handelt, wurde sehr bald klar. Um möglichst viel Schaden anzurichten, schnitt der Unbekannte vor einer größeren Regenfront ein eineinhalb Meter großes Loch in die Haut des Daches.

Ofner: „Hätten wir diesen Sabotageakt nicht rechtzeitig bemerkt, hätte das Regenwasser zu einem erheblichen Schaden im Gebäude führen können.“

Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Skylink in der Fertigstellung. 900 Beschäftige diverser Baufirmen gingen auf der Baustelle ein und aus.

Das Flughafen-Management reagierte. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf. Auf der Baustelle wurden Überwachungskameras aufgebaut.

Die Suche nach dem Saboteur sollte sich bald zum Katz-und-Maus-Spiel entwickeln. „Er hat eine unserer Überwachungskameras gestohlen“, berichtet Ofner. Der Täter wollte damit offenbar sagen, dass er die Abwehrmaßnahmen beobachtet, vermutet der Manager.

Die Flughafenleitung reagierte auf diese weitere Bedrohung mit einem Steckbrief und einer Ergreiferprämie. Der Saboteur gab daraufhin einige Wochen Ruhe. Doch am Montag setzte er sein übles Werk wieder fort. Der Schaden beträgt bereits Zehntausende Euros.

Was will der Täter?

Der Flughafen-Manager rätselt: „ Welcher Teufel diesen Unbekannten geritten hat, ist uns schleierhaft.“ Ofner schließt aber nicht aus, dass der Täter nicht nur provozieren will, sondern „dass im Echtbetrieb etwas ausfällt.“ Trotz des Saboteurs kann der laufende Probebetrieb im Skylink wie geplant durchgeführt werden.