Politik 16.01.2012

Rumänien: Krawalle weiten sich aus

© Bild: EPA

Seit vergangenen Donnerstag gehen Rumänen gegen die Sparpolitik der Regierung auf die Straße.

Staatspräsident Traian Basescu und die rumänische Regierung sind zum Sparen gezwungen. Das jüngste EU-Mitglied kämpft mit schwerwiegenden wirtschaftlichen Problemen. Der Bevölkerung stößt der rigide Sparkurs jedoch sauer auf.

Die seit Tagen andauernden spontanen Proteste gegen Staatspräsident Basescu und die Sparpolitik der Regierung ausgeweitet. In der Hauptstadt Bukarest kam es am Sonntagabend erneut zu Straßenkrawallen, nachdem Demonstranten eine Sperre der Sicherheitskräfte durchbrochen hatten. Dabei wurden mindestens 51 Menschen verletzt, darunter vier Polizisten, wie der Rettungsdienst in der Nacht auf Montag erklärte. 29 Randalierer wurden abgeführt.

Erste Proteste hatte es dabei bereits am vergangenen Donnerstag gegeben. Am Freitag erreichten diese dann auch die Hauptstadt. In Bukarest selbst, war es der dritte Tag in Folge der mit Ausschreitungen endete.

Der Protest richtet sich gegen die Sparmaßnahmen, die das Mitte-Rechts-Kabinett um Ministerpräsident Emil Boc in den vergangenen zwei Jahren durchgesetzt hat. Der Volkszorn richtet sich auch gegen Staatschef Basescu, dem zunehmend autoritäres Verhalten vorgeworfen wird.

Sparprogramm

Mit dem Sparprogramm will das von der Finanzkrise betroffene EU-Land Auflagen des Internationalen Währungsfonds (IWF) erfüllen. Pensionen wurden eingefroren und die Beamtenlöhne gekürzt. Zudem erhöhte die Regierung die Mehrwertsteuer um fünf Prozentpunkte.

Die Demonstranten bewarfen am Sonntagabend Polizisten mit Steinen, brennenden Fackeln und Molotow-Cocktails. Bis spät in die Nacht hinein verwüsteten und plünderten sie Geschäfte. Die zunächst friedliche Kundgebung war eskaliert, nachdem sich mit Einbruch der Dunkelheit gewalttätige Fußballfans den Demonstranten angeschlossen hatten.

Landesweit gingen tausende Menschen auf die Straßen. Schauplätze waren neben Bukarest unter anderem die Industrie- und Universitätsstädte Timisoara, Craiova, Cluj und Iasi.

Erstellt am 16.01.2012