Politik 31.01.2012

Region setzt auf Orte der Kraft

© Bild: Jürgen Zahrl

Viele Orte profitieren von alten und neuen, spirituellen Zentren. In Gföhl wird weiter um einen buddhistischen Bau diskutiert.

Plätze, von denen sich Menschen angezogen fühlen, sind ein Reichtum des Waldviertels. Das gilt für natürliche Steinformationen ebenso wie für geomantische Kraftorte oder religiöse Bauten. Die Diskussion um Auswirkungen eines geplanten buddhistischen Baus (Stupa genannt) in Gföhl, Bezirk Krems, regte an, zu fragen, wie das anderswo ist.

Der Architekt und Geomantie-Spezialist Georg Thurn-Valsassina baute vor mehr als 20 Jahren in Rastenberg, Bezirk Krems, das Seminarhaus „Die Lichtung“ mit kegelförmigem Dach. An dem Ort der Stille nehmen viele Menschen an Seminaren zu Qi Gong, Meditation oder Schamanismus teil. „Der Stupa-Bau mit seiner schönen Form könnte eine zusätzliche Bereicherung für das Waldviertel sein, weil er durch seine Form Kraft erzeugt“, sagt Architekt Thurn.

Das Kloster Pernegg ist für die gleichnamige Ortschaft im Bezirk Horn ein Leitbetrieb. „Da kommen interessante Menschen, die Ruhe suchen“, sagt Bürgermeister Franz Huber. In Kautzen, Bezirk Waidhofen, zieht der Skorpionstein Menschen aus nah und fern an. „Das ist kein Renner, aber auch ein touristischer Beitrag“, sagt Bürgermeister Manfred Wühl.

Wissenschaft

Fünf Kraftplätze vermarktet die Gemeinde Groß Gerungs, Bezirk Zwettl, als „Kraftarena“: „Wir haben natürliche Orte ausgewählt, die wissenschaftlich nachgewiesene Energiefelder besitzen“, erklärt Bürgermeister Maximilian Igelsböck. Das Konzept habe sich bewährt. „Es kommen viele Tagestouristen vorbei, die Entspannung suchen“, erklärt Igelsböck. Ein beliebtes Objekt ist die Steinpyramide, deren Funktion unbekannt ist. Mit einem Stupa könnte Igelsböck nichts anfangen.

Anders sieht das Suan Rojas Kopeinig, die Leiterin des Fastenzentrums in Rappottenstein, Bezirk Zwettl: „Wenn eine Kirche erbaut werden darf, muss das auch für einen Stupa gelten.“ In ihrem Haus suchen hunderte Gäste jährlich eine Entschleunigung ihres beruflichen und privaten Lebens. Am Donnerstag diskutieren alle im Gemeinderat vertretenen Parteien ab 19 Uhr im Stadtsaal Gföhl.

Erstellt am 31.01.2012