Rache-Anschläge in Skandinavien

Am 11. Dezember 2010 sprengte sich in Stockholm ein Attentäter in die Luft.
Foto: rts

Anschläge, die im Zusammenhang mit dem Afghanistan-Einsatz und den Mohammed-Karikaturen standen.

Die tödliche Bombenexplosion in der norwegischen Hauptstadt Oslo und die fast zeitgleiche Schießerei auf einer nahegelegenen Insel vom Freitag sind die schwersten Gewalttaten seit Jahrzehnten in Norwegen. Nachbarländer in Skandinavien sowie Finnland waren in den vergangenen Jahren aber bereits Ziel von Anschlägen, die unter anderem mit dem Afghanistan-Einsatz und der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen zu tun hatten.

11. Dezember 2010:
In Schweden stirbt ein Selbstmordattentäter, als er sich in der Hauptstadt Stockholm in die Luft sprengt. Zwei weitere Menschen werden bei der Explosion seines nicht weit entfernt geparkten Autos leicht verletzt. Bei dem Täter handelt es sich um einen schwedischen Staatsbürger irakischer Herkunft. In einer vor dem Attentat verschickten Botschaft begründet er seine Tat mit Schwedens Engagement in Afghanistan und der schwedischen Unterstützung für den Mohammed-Karikaturisten Lars Vilks.

10. September 2010:
In einem Hotel in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen ereignet sich eine Explosion. Ein Belgier tschetschenischer Herkunft wird daraufhin verurteilt, dort eine Briefbombe gebaut zu haben. Sie sollte an die dänische Zeitung "Jyllands-Posten" geschickt werden, die mit der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen im September 2005 einen Sturm der Entrüstung in der muslimischen Welt ausgelöst hatte.

31. Dezember 2008: Zwei Israelis werden durch Schüsse in einem Einkaufszentrum in der Stadt Odense im Zentrum des Landes verletzt. Ein festgenommener Palästinenser rechtfertigt die Tat mit seiner Wut über den palästinensisch-israelischen Konflikt. Er wird im Jänner 2010 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.

17. September 2006: Die Fassade einer Synagoge in Oslo wird aus automatischen Waffen beschossen. Opfer gibt es keine. Drei Männer werden festgenommen. Sie werden auch verdächtigt, Anschläge auf die US- und die israelische Botschaft in der norwegischen Hauptstadt geplant zu haben.

11. Oktober 2002
: Bei einem Bombenanschlag in einem Einkaufszentrum in Finnland kommen der Attentäter und sechs weitere Menschen ums Leben. 80 weitere Menschen werden in Vantaa bei Helsinki verletzt. Die Motive des Täters, ein 19-jähriger Chemiestudent, sind bis heute unklar.

(apa / dk) Erstellt am
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