Politik
23.01.2012

Putin will Russisch-Test für Einwanderer

Präsidentenkandidat Wladimir Putin angelt Stimmen im rechten Eck. Polizei und der Migrationsbehörde sollen gestärkt werden.

Russlands Regierungschef und Präsidentenkandidat Wladimir Putin möchte Einwanderern einen Test in russischer Sprache, Literatur und Geschichte vorschreiben. Sechs Wochen vor der Präsidentenwahl forderte Putin in einem Beitrag auf seiner offiziellen Wahlkampfseite zudem, die Rechte der Polizei und der Migrationsbehörde zu stärken. Beobachtern zufolge will der Ex-Geheimdienstchef mit den Forderungen Stimmen am rechten Rand gewinnen. In Russland leben etliche Arbeitsmigranten, die aus verarmten Ex-Sowjetrepubliken in Zentralasien oder dem Kaukasus stammen.

Traditionen und Bräuche

"Eine elementare Anforderung an Menschen, die in Russland leben und arbeiten wollen, ist ihre Bereitschaft, unsere Sprache und Kultur zu erlernen." Das schrieb Putin in einem in der Nacht zum Montag auf der Internetseite www.putin2012.ru veröffentlichten Artikel. Die Regierung werde Vorbereitungskurse für die Prüfungen anbieten. Der 59-Jährige, der bereits von 2000 bis 2008 Präsident war, will sich am 4. März wieder in den Kreml wählen lassen. Zugleich lehnte Putin Forderungen von Ultranationalisten nach einer Abspaltung der Konfliktregion Nordkaukasus ab. "Ich bin tief überzeugt, dass Versuche, die Bildung eines russischen nationalen mono-ethnischen Staates zu predigen, im Gegensatz zu unserer tausendjährigen Geschichte stehen", schrieb Putin. In den Regionen Russlands müssten die lokalen Traditionen und Bräuche respektiert werden.