Politik 19.12.2011

Prügel-Affäre um FPÖ-Chef Strache

Wurstsemmel-Attacke: Ein Leibwächter von Heinz-Christian Strache hat in der Nacht auf Sonntag einen Mann krankenhausreif geprügelt.

Diese Mitternachtseinlage war nicht geplant: Auf dem ehemaligen Fabriksgelände der Firma Ankerbrot in Wien-Favoriten herrschte ausgelassene Party-Stimmung, als FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache gegen Mitternacht mit Freundin Andrea Aigner das Clubbing besuchte. Dann überschlugen sich die Ereignisse: Einem der 1800 Gäste passte die Anwesenheit des Politikers offensichtlich nicht – er warf eine Wurstsemmel in Richtung Strache. Das wiederum passte Straches Securitys nicht: Einer seiner drei Aufpasser ließ die Fäuste fliegen und verpasste dem „Wurstsemmelwerfer“ ein blaues Auge. Der Mann musste mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht werden.

Anzeige Die Exekutive schritt ein, der Bodyguard wurde wegen Körperverletzung angezeigt. Eine Polizeisprecherin bestätigte am Montag Berichte der Tageszeitungen Heute und Österreich über den Zwischenfall.

Strache selbst war nach Polizei-Angaben nicht in den Raufhandel in der ehemaligen Ankerbrot-Fabrik verwickelt. Laut Medienberichten soll er uneingeladen auf dem Event aufgetaucht sein, das pikanterweise unter dem Motto „friends for friends“ veranstaltet wurde.

 

Fliegende Wurstsemmel

Mitveranstalter Walter Wandt bestätigte auf KURIER-Anfrage, dass eine Wurstsemmel geflogen sei – diese habe aber ihr Ziel verfehlt. Bei dem „Wurstsemmel-Werfer“ handelt es sich um einen 40-jährigen, international erfolgreichen Banker.

Für FPÖ-Generalsekretärs Harald Vilimsky hat sich der Vorfall ganz anders abgespielt, als in den Medien dargestellt. Der Werfer sei ein „uns bekannter Aggressor“ und werde wegen gefährlicher Drohung angezeigt. Mit Gewalttätigkeiten angefangen habe der Mann, und von krankenhausreif prügeln könne keine Rede sein, meint Vilimsky. Dass Strache ohne Einladung auf der Party aufgetaucht sei, bezeichnete Vilimsky als „Blödsinn“.

Ob es zu einem Prozess kommen wird, ist noch nicht klar. Im Hintergrund sollen angeblich bereits Gespräche über eine mögliche Einigung laufen. Sowohl die FPÖ als auch der Rechtsvertreter des Prügel-Opfers wollten sich dazu aber noch nicht äußern.

( Kurier ) Erstellt am 19.12.2011