Politik
27.03.2012

Platters Jagden in der Kritik

Alt-Parteiobmann Erhard Busek hätte sich an Platters Stelle bei Jagdeinladungen zurückgehalten.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter ist seit 2011 passionierter Jäger. So kam es, dass er in der Folgezeit immer wieder Jagdeinladungen von Geschäftsleuten erhalten und auch angenommen hat. Während seiner Kritiker darin verbotene Geschenkannahme sehen, verwahrt sich Platter vehement gegen den Vorwurf des "Anfütterns". Blogger Markus Wilhelm (www.dietiwag.org) hatte am Montag dagegen die Liste der "Einlader" verlängert.

"Es kann nicht sein, dass ein Landeshauptmann keine Chance mehr auf Freizeitvergnügen im eigenen Land hat. Ganz gleich ob ich auf den Berg gehe, eine Skitour mache oder ein Jagderlebnis habe. Es kann nicht sein, dass man hier so diffamiert wird.", monierte Platter Montagabend in der Tirol-Ausgabe der ORF-Sendung "Bundesland Heute". In Zukunft werde er jedenfalls keine Jagdeinladungen mehr annehmen.

Ratschläge

Wäre es nach Alt-Parteiobmann Erhard Busek gegangen, so würde sich Platter gar nicht erst mit der jetzigen Situation konfrontiert sehen. "Jagdeinladungen sind immer gefährlich. Das fängt an in die Richtung von Anfüttern", konstatierte Busek.

"Generell habe ich es immer so gehalten, dass man sich gegenüber Einladungen immer sehr zurückhaltend benehmen soll und nicht annehmen, weil das eine Menge von Missverständnissen erzeugt", so der Rat der ÖVP-Eminenz in Richtung Platter. "Wenn man eine politische Funktion hat, ändert sich auch das Verhalten gegenüber Freunden, weil Sie ja nicht verhindern können - was gegenständlich der Fall ist - dass das anders beurteilt wird."

Verhaltenskodex

Einmal "in Fahrt" wollte Busek auch nicht mit seiner Meinung zum geplanten ÖVP-Verhaltenskodex hinter dem Berg halten. "Das sind die falschen Signale. Ich bin auch kritisch gegenüber dem Verhaltenskodex. Für mich gibt`s seit den Zehn Geboten einen Verhaltenskodex, der reicht völlig", so Buseks Botschaft in Richtung Parteispitze.

In Richtung Michael Spindelegger und dessen Personalpolitik hofft Busek auf "andere Leut`. Er muss dringend den Auswahlmechanismus ändern. [...] Die Qualität stimmt nicht."

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