Politik
10.09.2012

Piratenpartei-Gründer will Kinderpornos legalisieren

Das Verbot sei eine "offene Wunde der Informationsfreiheit", schreibt Rick Falkvinge in seinem Blog. Seine deutschen Gesinnungsfreunde distanzieren sich nun.

Der schwedische Gründer der Piratenpartei-Bewegung, Rick Falkvinge, sorgt mit Äußerungen über die Legalisierung von Kinderpornografie für große Empörung. In seinem persönlichen Blog schrieb Falkvinge am Wochenende über "drei Gründe, warum der Besitz von Kinderpornografie im kommenden Jahrzehnt wieder legalisiert werden muss". Dabei bezeichnete er das Verbot des Besitzes kinderpornografischer Darstellungen als "offene Wunde in der Aufklärungstradition der Informationsfreiheit". Solange diese bestehe, werde es auch Forderungen nach dem Verbot anderer Inhalte geben.

Seine deutschen Gesinnungsfreunde gehen nun auf Distanz zu Falkvinge. Falkvinge habe sich "hier eindeutig im Denken verfangen", kritisierte der Bundesvorsitzende der Piratenpartei, Bernd Schlömer, am Montag in Berlin. "Wie die Gesellschaft im Allgemeinen braucht auch die digitale Gemeinde Regeln des guten Miteinanders und ein funktionierendes Rechtssystem." Der Berliner Pirat und Netzaktivist Stephan Urbach erklärte, Falvange habe sich mit seinen Äußerungen als ernstzunehmender politischer Akteur disqualifiziert.

Im April war Falkvinge beim Bundesparteitag der Partei in Neumünster bei Kiel noch als Pionier gefeiert worden. Falkvinge gründete 2006 die "Piratpartiet" in Schweden und war bis Anfang 2011 ihr Vorsitzender.