Politik 05.12.2011

Papa-Monat: Erste Bilanz

© Bild: KURIER /Franz Gruber

Seit 1. März haben 105 Väter im öffentlichen Dienst den Papa-Monat in Anspruch genommen. Bald soll es ihn auch in der Privatwirtschaft geben.

Nach der Einführung des sogenannten Papa-Monats für Angestellte im öffentlichen Dienst am 1. Jänner gibt es eine erste Bilanz. Seit dem 1. März haben bereits 105 Väter im Bundesdienst die Möglichkeit in Anspruch genommen, einen Monat lang bei ihren Kindern zu bleiben. Aufgrund der zweimonatigen Anmeldefrist gilt der März als Startdatum.

Allein im Innenministerium haben in den vergangenen fünf Monaten 35 Männer einen Papa-Monat absolviert, im Verteidigungsministerium waren es 21 Väter. Auch in den Ländern Wien, Oberösterreich, Niederösterreich, Burgenland und der Steiermark gibt es bereits den Papa-Monat im Landesdienst. Salzburg, Tirol und Vorarlberg prüfen diese Möglichkeit zur Zeit.

Der "Papa-Monat" ermöglicht es Vätern im öffentlichen Dienst, höchstens vier Wochen lang nach der Geburt des Kindes unbezahlt zu Hause zu bleiben. Die ursprünglich geplante Mindestdauer von einer Woche wurde wieder gestrichen, es sind also auch nur einige Tage möglich. Der "Papa-Monat" muss während des Mutterschutzes, also innerhalb der ersten zwei Monate nach der Geburt, angetreten werden. Voraussetzung ist, dass der Vater mit dem Kind im gemeinsamen Haushalt lebt und "keine wichtigen dienstlichen Interessen" entgegenstehen.

Ministerin spricht von "Erfolgsmodell"

SPÖ-Frauen- und Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek fühlt sich durch Gespräche mit jungen Vätern bestätigt, erklärte sie der APA: "Viele sagen: Der Papa-Monat macht Lust auf mehr, also auf die Väterkarenz." Diese Tendenz zeige sich auch am Väteranteil bei den Karenzen im öffentlichen Dienst, denn derzeit liege dieser bei 9,4 Prozent (2010: 7,8 Prozent). In der Privatwirtschaft hingegen, wo es den Papa-Monat noch nicht gibt, belaufe sich der Väteranteil bei den Kindergeldbeziehern lediglich auf 4,7 Prozent (2010: 4,5 Prozent).

Heinisch-Hosek kündigte deshalb an, sich weiter für eine Umsetzung dieses "Erfolgsmodells" auch in der Privatwirtschaft stark zu machen. "Die Zahlen zu Papa-Monat und Väterkarenz im öffentlichen Dienst sprechen für sich, Väter wollen Zeit mit ihren Kinder verbringen und die sollten wir ihnen auch geben", meinte die Ministerin. Die Finanzierung des Papa-Monats sei ihrer Meinung nach sichergestellt: Heinisch-Hosek verweist diesbezüglich auf ihren Vorschlag, ein Monat des Kindergeldbezugs "nach vorne zu ziehen". Dabei sollte der Vater parallel zum Wochengeld der Mutter schon das Kindergeld beziehen.

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Erstellt am 05.12.2011