Politik 05.12.2011

Ostafrika: 500.000 Kindern droht Hungertod

Das Kinderhilfswerk UNICEF fordert eine sofortige Ausweitung der Hilfsleistungen für die Menschen am Horn von Afrika.

Die Folgen der Dürre am Horn von Afrika werden immer dramatischer - vor allem für die Kinder: Laut den Vereinten Nationen sind rund 500.000 Kinder vom Hungertod bedroht, wenn nicht schnell mehr Hilfe ankommt. Auch Papst Benedikt XVI. mahnte zu rascher Hilfe.

Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF forderte eine sofortige Ausweitung der Hilfsleistungen für Ostafrika. Zwei Millionen Kinder brauchen bereits heute Nahrungshilfe, hieß es. Wenn nicht schnell eine Verbesserung erreicht würde, werde sich die Situation bis Anfang 2012 dramatisch verschlimmern.

Zu schwach

"Es werden weitere vier oder fünf Monate vergehen, bevor es überhaupt eine Ernte geben kann, wir haben eine Riesenaufgabe vor uns", sagte UNICEF-Direktor Anthony Lake in Kenia. In vielen Gegenden seien die Menschen bereits zu schwach oder zu arm, um überhaupt Hilfe zu suchen. Diejenigen, die die Notlager erreichen, können zumindest mit dem Nötigsten versorgt werden - mit Wasser, Nahrung und Medikamenten. Viele Flüchtlinge leiden an Austrocknung, Durchfall und Infektionskrankheiten.

Laut UN sind fast elf Millionen Menschen von der Hungerkatastrophe bedroht. Vor allem Somalia, Äthiopien und Kenia sind betroffen. Tausende Flüchtlinge aus Somalia suchen täglich Zuflucht in den Nachbarländern. Doch nicht nur die Flüchtlinge sind in Not, sondern auch Millionen Bauern und Viehzüchter, die dringend Regen zum Überleben bräuchten.

Der heiß ersehnte Regen hat mittlerweile einige Regionen um die somalische Hauptstadt Mogadischu heimgesucht. In den Flüchtlingslagern außerhalb der Stadt kam es zu Überflutungen, mehrere Menschen starben an Entkräftung.

Helfer aus Österreich

Kampf gegen den Sandsturm: Flüchtlinge aus Somalia erreichen ein Notlager im Norden von Kenia. Dort gibt es wenigstens das Nötigste zum Überleben. Viele Menschen sind am Ende ihrer Kräfte.
© Bild: Reuters/THOMAS MUKOYA

Internationale Helfer sind am Horn von Afrika im Einsatz. Auch die österreichische Caritas schickte zwei Mitarbeiter in die Krisenregion: Andreas Zinggl und Harald Grabher helfen bei der Logistik der Verteilung von Nothilfepaketen. Schwerpunkt ist es, den Hilfsbedarf zu ermitteln und mit lokalen Caritas-Partnern ein Maßnahmenpaket sowohl für die Soforthilfe als auch für die langfristige Hilfe zu entwickeln.

Wiens Caritas-Direktor Michael Landau, der inKürze selbst nach Afrika fliegen wird, hat die Situation als "schlimmsteDürrekatastrophe in Ostafrika seit 60 Jahren" bezeichnet.

SPENDEN ERBETEN

- UNICEF:
PSK 15 16 500, BLZ 60.000, Kennwort "Kinder Horn von Afrika"; www.UNICEF.at/spenden
- Caritas:
PSK 7,700.004, Kennwort "Augustsammlung"
- Kindernothilfe Österreich:
PSK 92144077, Kennwort "Dürre Afrika"
- Hilfswerk Austria:
PSK 90.001.002, Kennwort "Dürre in Afrika"
- Diakonie Österreich:
PSK 23.13.300, Kennwort "Somalia"
- World Vision Österreich:
PSK 90.890.000, Kennwort "Hunger Afrika "

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011