OECD: Düsteres Zukunftsszena­rio bis 2050

REUTERSCars and buses travel along a main road as smog obscures buildings in the distance in Beijing in this April 17, 2008 file photo. Bad air could cause major problems for Olympic athletes who will have to deal with Beijings pollution and strict anti-d
Foto: REUTERS David Gray Die Umweltbelastung in den großen Metropolen - wie hier in Peking - führe zu einem extremen Anstieg der Todesfälle, warnt die OECD

Dürren, Hochwasser, Stürme, Massensterben in den Metropolen: Die OECD schlägt wegen der steigenden Umweltbelastung Alarm.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeichnet in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Umweltausblick ein schauriges Zukunftsszenario: In den Metropolen der Welt drohe etwa wegen des Feinstaubes ein Massensterben - ohne einschneidende Auflagen würden ab 2050 jährlich rund 3,6 Millionen Menschen an den Folgen sterben. Das wären doppelt so viele wie derzeit; die Luftverschmutzung in den Städten, wo 2050 zwei Drittel der dann neun Milliarden Menschen leben würden, werde somit für den Großteil aller umweltbedingten Todesfälle verantwortlich sein.

Eine Energiewende, die auch die Luftqualität verbessern könnte, sei weltweit nicht in Sicht. 2050 werde weiter 85 Prozent der Energie aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas gewonnen, nur zehn Prozent aus erneuerbaren Energien.

Bis zu sechs Grad mehr

Da sich die globale Wirtschaftsleistung bis 2050 aber vervierfachen werde, steige der Energieverbrauch um 80 Prozent. Dies habe wiederum entsprechende Folgen für den Klimawandel: Der Treibhausgas-Ausstoß nehme um die Hälfte zu, die Welt werde gegen Ende des Jahrhunderts um drei bis sechs Grad wärmer. Als Ziel haben sich die großen Industrienationen maximal zwei Grad vorgegeben, da die Folgen dann gerade noch beherrschbar seien.

Jede zehnte Tierart verschwindet

Neben der wachsenden Zahl von Dürren, Überflutungen und Stürmen werde dies auch zu einer abnehmenden Zahl von Arten führen: Jede zehnte werde bis 2050 verschwinden. Knapper wird auch Trinkwasser: Fast die Hälfte der neun Milliarden Menschen sind der OECD zufolge dann nicht ausreichend versorgt. Schon 2008 sei die Zahl der Stadtbewohner, die guten Zugang zur Wasserversorgung hatten, im Vergleich zu 1990 gesunken.

Die OECD, in der vor allem die Industriestaaten zusammengeschlossen sind, hält aber ein Gegensteuern noch für möglich. So plädiert die Organisation für Umweltsteuern und einen weltweiten Handel mit Treibausgas-Verschmutzungsrechten. Diesen Emissionshandel, mit dem der Ausstoß begrenzt werden soll, gibt es bereits in der EU. Natürliche Ressourcen müssten zudem mit einem Preis belegt werden, dies gelte auch für das Wasser gerade dort, wo es knapp ist. Mit Wassergebühren könnten wiederum Investitionen in die Erschließung von Reserven bezahlt werden. Ferner plädiert die OECD für eine Abschaffung umweltschädlicher Subventionen, wie sie es etwa in der Landwirtschaft gebe.

(apa, rts / ep) Erstellt am
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