Nordsee: Total rüstet sich für Explosion

dapdThe Wednesday, March 28, 2012 aerial shot provided by Greenpeace shows Totals Elgin Wellhead Platform in the North Sea off the shore of Scotland.  A two-mile exclusion zone has been set up around the offshore platform in the North Sea which has been e
Foto: dapd Problemzone: Die Förderplattform „Elgin“ in der Nordsee. Seit Sonntag strömt ungehindert hoch explosives Gas aus einem Leck aus.

Löschschiffe wurden nahe der havarierten Förderplattform "Elgin" in Stellung gebracht. Weiterhin strömt explosives Gas aus.

Der Konzern Total hat sich für eine Explosion an der havarierten Gasplattform „Elgin" gerüstet: Am Donnerstag wurden vorsorglich zwei Löschschiffe an den Rand der Sicherheitszone beordert.

Am Mittwoch hatte das französische Energieunternehmen eine Explosion noch ausgeschlossen. Die Löschschiffe befinden sich in einem Sicherheitsabstand von 3,7 Kilometern von der Plattform entfernt.

Seit Sonntag strömt an der Förderplattform, die rund 240 Kilometer östlich der schottischen Küste in der Nordsee liegt, ungehindert giftiges Gas aus. Nur etwa hundert Meter vom hochexplosiven Gas entfernt brennt eine Fackel überschüssiges Gas ab. So lange die Flamme aktiv ist, besteht Explosionsgefahr.Dadurch wird ein Einsatz zusätzlich erschwert.

Die Fackel soll noch einige Tage brennen und dann von selbst ausgehen, hieß es bei Total. Das Abfackeln sei Teil der Sicherheitsstrategie, verteidigte eine Konzernsprecherin die Vorgehensweise. Die Gasförderung sei abgestellt und die Ventile seien geöffnet worden. So könne das im System verbliebene, überschüssige Gas kontrolliert abgefackelt werden.

Gefahren

Das Leck liegt in etwa 4000 Meter Tiefe. Das Gas strömt aus einer vor einem Jahr stillgelegten Quelle in einer Gesteinsformation. Wie das Leck geschlossen werden kann, ist weiter unklar. Man suche noch nach der besten Lösung, hieß es bei Total. Es könne aber Monate dauern, bis der Gasaustritt gestoppt ist.

Umweltschützer gehen davon aus, dass das Gas neben den Kohlenwasserstoffen Methan, Propan und Butan auch hochgiftigen Schwefelwasserstoff enthält. „Der Schwefelwasserstoff tötet alles Leben ab“, sagt Meeresschutzexperte Stephan Lutter vom WWF. Auch die Kohlenwasserstoffe sind problematisch – vor allem in der Atmosphäre.

In dem Gebiet leben Haie, Rochen und der Große Tümmler; außerdem liegen dort wichtige Nahrungsgründe für Seevögel. Fische bekämen Embolien in den Kiemen, wenn sie in die Gasblasen gerieten, so Lutter; der Ölfilm an der Wasseroberfläche ist zudem gefährlich für Wasservögel.

Mehr zum Thema

(KURIER) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?