Politik 03.01.2012

Nordkorea hat neuen „Obersten Führer“

© Bild: Reuters

Auf den "Geliebten Führer" folgt der "Oberste Führer": Nach der Trauerzeremonie für Kim Jong-Il wurde dessen Sohn Kim Jong-Un offiziell zum Staatschef ausgerufen.

Nordkorea hat einen neuen Führer: Am letzten Tag der Staatstrauer um Nordkoreas verstorbenen Machthaber Kim Jong-Il ist dessen jüngster Sohn Kim Jong-Un bei einer riesigen Militärparade in der Hauptstadt Pjöngjang zu seinem Nachfolger ausgerufen worden. "Der geachtete Genosse Kim Jong-Un ist der neue oberste Führer unserer Partei und der Armee", sagte Kim Yong-Nam, der formell Staatschef des kommunistischen Landes ist, nach Angaben des Staatsfernsehens bei der Kundgebung am Donnerstag.

Sirenen im ganzen Land

Drei Schweigeminuten wurden gefolgt von Schiffssirenen und Signalhörnern von Zügen im ganzen Land.
© Bild: EPA

Wie im Fernsehen zu sehen war, sprach Kim Yong-Nam von einem Balkon vor zehntausende Soldaten und Zivilisten. An seiner Seite stand in einem dunklen Mantel Kim Jong-Un. "Das große Herz von Kamerad Kim Jong-Il hat aufgehört zu schlagen", sagte Kim Yong-Nam. "Ein so unerwarteter und vorzeitiger Abschied ist der größte und unglaublichste Verlust für unsere Partei und die Revolution."

Während der Veranstaltung verharrten die Menschen drei Minuten lang in Schweigen. Danach waren den staatlichen Berichten zufolge im ganzen Land Schiffssirenen und Signalhörner von Zügen zu hören.

Militär schwört Treue

Am letzten Tag der Staatstrauer versammelten sich wieder Zehntausende auf dem Kim-Il-Sung-Platz, wo der neue "Führer" auf einem Balkon gehuldigt wurde.
© Bild: dapd(c) AP

Der Militärvertreter Kim Jong-Gak versicherte dem neuen Führer die Treue des Militärs. Die Armee spielt mit 1,2 Millionen Soldaten eine wichtige Rolle in der Politik Nordkoreas. Zum Abschluss der Kundgebung wurde die Internationale gespielt, bevor Kanonen 20 Salutschüsse abfeuerten. Anschließend wurde im ganzen Land eine dreiminütige Schweigezeit abgehalten.

Mit der Zeremonie endete offiziell die 13-tägige Trauerzeit. Der langjährige Machthaber war am 17. Dezember im Alter von 69 Jahren gestorben und am Mittwoch beigesetzt worden. Er hatte seinen jüngsten Sohn schrittweise auf die Nachfolge vorbereitet.

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Erstellt am 03.01.2012