Politik
18.12.2017

Netanyahu hält sich mit Kritik an Österreich zurück

Israels Premier Netanyahu wartet erst mal ab, wie die neue österreichische Regierung agiert.

Bereits am Tag nach seinem Wahlsieg erhielt Sebastian Kurz einen Anruf von Israels Premier Benjamin Netanyahu. Gratulation netto. Kein Wort zu der sich da schon abzeichnenden Koalition mit der FPÖ. Nach der ersten Schwarz-Blau Koalition im Februar 2000 hatte Israel seinen Botschafter aus Wien abgezogen. 14 EU-Staaten folgten. Aber nur bis September. Bis heute sind FPÖ-Vertreter in Israel offiziell Tabu. Obwohl die Partei um Israels Anerkennung buhlt und rechte Politiker wachsende Kontaktbereitschaft zeigen. Diesmal wartet Netanyahu ab. Er will nicht wieder in eine Vorreiter-Position galoppieren.

"Mehrheit hat nicht die FPÖ gewählt"

Für oder gegen FPÖ spaltet Israel. Nicht zwischen Linke und Rechte, sondern Linke wie Rechte. Staatspräsident Reuven Rivlin ließ nach den Wahlen in Österreich keine Zweifel: „Politische Persönlichkeiten, die rassistischen, neonazistischen und antisemitischen Anschauungen anhängen, können hier in Israel keine willkommenen Gäste sein.“ Aber schon nach der ersten Koalition mit der FPÖ gab es auch linke Stimmen wie der Ex-Diplomat und Politologe Shlomo Avineri, die daran erinnerten, „dass die Mehrheit in Österreich nicht die FPÖ gewählt hat“.

Straches Israel-Besuche

Heinz-Christian Strache bemühte sich bei mindestens drei Besuchen um politische Aufnahme. Gastgeber fand er dabei in den sonst von politischen Besuchern gemiedenen Siedlungen in den besetzten Gebieten. Abneigung gegenüber dem Islam ist dort nicht verpönt. Sollte Außenministerin Karin Kneissl den Testosteron-Level im Islam weiter bekräftigen, dürfte sich die Anfreundung mit Muslimen jedenfalls problematisch gestalten.