Politik
05.12.2011

Nebelige Dürreperiode: Feinstaub-Wetter hält an

Trockenheit beherrscht die österreichische Wetterlage. Dabei würde ein bisschen Regen die Schadstoffe aus der Luft waschen.

Der Nebel täuscht und obwohl man derzeit das Gefühl hat, nächtens durch eine feuchte Nebelsuppe nachhause zu schwimmen, herrscht laut Wetterexperten eine Dürreperiode vor. Die anhaltende Hochdruckwetterlage hat nämlich nicht nur für eine sehr ungleiche Verteilung von Sonne und Wärme gesorgt, sondern auch zu einer unvergleichlichen Trockenperiode. Der Wetterdienst UBIMET hat die Niederschlagsverteilung der letzten Wochen in Österreich untersucht und kam zu eindrucksvollen Ergebnissen.

In weiten Teilen Österreichs hat es demnach seit einem Monat nicht mehr geregnet, geschweige denn geschneit. "Von Vorarlberg bis zum Mittelburgenland regnete es letztmalig am 26. bzw. 27. Oktober", erklärte Clemens Teutsch von UBIMET. "Vom Montafon bis nach Innsbruck ist der letzte Niederschlag sogar schon 35 Tage her." Lediglich in den südlichen Landesteilen brachte ein Italientief in den ersten Novembertagen etwas Regen.

"Eine über zwei bis drei Wochen anhaltende Trockenperiode im Herbst ist nichts Außergewöhnliches, aber dass ein Monat komplett trocken ausfällt ist sehr selten", so Teutsch. "In Wien gab es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1851 überhaupt erst einen Monat, der niederschlagsfrei verlief, und zwar war das der Oktober 1965." Ein komplett trocken verlaufender Monat im Osten Österreichs ist nicht unwahrscheinlich. "Am Samstag streift zwar eine schwache Kaltfront den Norden Österreichs, mehr als ein paar Regentropfen wird diese aber nicht bringen."

Wetter "gut" für Feinstaub

Für die Feinstaubkonzentration bedeutet das derzeitige Wetter nichts Gutes. Hochdruckwetter, niedrige Temperaturen, wenig Wind und kein Regen haben die Feinstaubkonzentration in den vergangenen Wochen ansteigen lassen. Wind und Niederschlag könnten Abhilfe schaffen und die Schadstoffe aus der Luft waschen - für die nächsten zehn Tage wird daraus aber nichts werden.

Ein Wetterumschwung ist nicht zu erwarten. "Schuld daran ist ein neuerliches umfangreiches Tief über dem Atlantik, das an seiner Vorderseite ununterbrochen milde Luft nach Mitteleuropa schaufelt", sagte Roland Reiter von der österreichischen Unwetterzentrale.