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Politik
05/06/2012

Mysteriöses Rätsel um Gold-Mord

Gibt es zwischen der ermordeten Rotlicht-Größe Anton Auer und dem Tiroler Gold-Mord einen Zusammenhang?

von Simone Stecher

Eine ermordete Bankerin, acht verschwundene Goldbarren im Wert von 330.000 Euro und ein Polizist als mutmaßlicher Täter: Heinz St., ein altgedienter Beamter, soll Erika Hechenleitner nach einem missglückten Goldgeschäft in ihrem Auto betäubt und fixiert haben – ehe er das Fahrzeug in Brand setzte, um Spuren zu verwischen. Bei seiner Verhaftung versucht er zu fliehen, bedroht seine Polizistenkollegen mit einer Waffe. Er wird überwältigt, sitzt seither in U-Haft – und bestreitet die Tat. Vom Gold fehlt jede Spur. Gibt es zwischen der ermordeten Rotlicht-Größe Anton Auer und dem Tiroler Gold-Mord einen Zusammenhang?

Mysteriös

Die Ereignisse rund um den Tiroler Gold-Mord könnten der Feder eines Krimi-Autors entstammen. Aber der Fall wird immer mysteriöser. Denn plötzlich kommen auch noch eine tote Rotlicht-Größe, eine Nobelprostituierte und ihr verschmähter Liebhaber ins Spiel. Auch das mehr als 22 Jahre zurückliegende Verbrechen am Innsbrucker Zuhälter und Geldverleiher Anton Auer rückt wieder ins Licht der Ermittlungen. Er wurde 1990 in seiner Wohnung durch mehrere Schüsse regelrecht hingerichtet.

Am Donnerstag verhaftete die Polizei nach jahrzehntelangen erfolglosen Erhebungen den 51-jährigen Walter O. Er war der langjährige Freund von Anton Auers Witwe, der (mittlerweile ebenfalls verstorbenen) Nobelprostituierten Monika Auer. Doch am Wochenende wurde O. wieder freigelassen – der Haftrichter hatte den Antrag auf Verhängung der U-Haft abgelehnt.

O. hatte sich wohl selbst in die Bredouille gebracht. Denn nach dem gewaltsamen Tod der Bankerin Erika Hechenleitner ließ er mit Anschuldigungen gegen den Verdächtigen im Gold-Mord, Heinz St., aufhorchen: In Zeitungsinterviews behauptete er, seine Ex-Freundin Monika Auer habe vor ihrem (laut Obduktion natürlichen) Tod ebenfalls ein Goldgeschäft mit St. abwickeln wollen.

Ende Juni 2010 wollte sie von mir elf Golddukaten zurückkaufen, die sie mir geschenkt hatte", erklärte O. Ende März im KURIER-Interview. Doch dann wollte sie plötzlich lieber Barren haben. „Kurz vor ihrem Tod hat sie mir gesagt, Heinz komme mit einem Bekannten, von dem sie die Barren kaufen will", schilderte O. und ergänzte: „Als Heinz in Monis Leben getreten ist, kam es zur Trennung – nach 19 Jahren Beziehung."

Hier ergibt sich eine Parallele zum Gold-Mord. Denn St. hatte laut Angaben seines Anwaltes auch mit der 49-jährigen Bankleiterin Erika Hechenleitner eine Beziehung. Die beiden hätten einen Plan ausgeheckt, einen Raub der Goldbarren zu fingieren. Mit Hechenleitners Tod will St. aber nichts zu tun haben – er behauptet, nie am Tatort in Wiesing gewesen zu sein, wo die Leiche der Frau gefunden wurde.

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