© KURIER/Boroviczeny

Politik
12/05/2011

Mit der Brechstange

Der UN-Beitrittsantrag der Palästinenser ist hoch riskant - für alle Seiten.

von Stefan Galoppi

Am Mittwoch werden Hunderttausende Palästinenser für die Anerkennung ihres lange ersehnten Staates demonstrieren. Angesichts dieser Manifestation darf niemand erwarten, dass Präsident Mahmoud Abbas den Antrag bei der UNO im letzten Moment zurückziehen kann. Trotz des drohenden US-Vetos im Sicherheitsrat will der Palästinenserführer die Staatengemeinschaft zwingen, endlich Farbe zu bekennen. Und er weiß dabei etwa 150 der 193 UNO-Mitglieder auf seiner Seite.

Die hektischen Versuche, diesen Showdown noch zu verhindern, sind ein weiterer Akt im nahöstlichen Trauerspiel: Vor genau einem Jahr stellte US-Präsident Barack Obama ein "neues UN-Mitglied Palästina" für 2011 in Aussicht. Und was ist seither geschehen? Nichts.
Israels Premier Netanyahu, der durch den Siedlungsbau im Westjordanland ständig neue Friedenshürden errichtet hat, bietet 5 nach 12 Gespräche an. Warum erst jetzt?
Und die Europäer, die schon seit Monaten die Abbas-Pläne kennen, ringen noch immer um eine einheitliche Linie: Sie wollen niemanden vergraulen - weder die USA noch Israel noch die arabischen Umbruchländer.
Kein Wunder, dass es die Palästinenser jetzt mit der diplomatischen Brechstange versuchen. Ihr Anliegen ist damit zwar wieder zurück auf der Tagesordnung, aber es könnte am Ende nur Verlierer geben: Abbas riskiert eine Welle der Frustration unter den Palästinensern; Israel neue Unruhen in der Region; und die kleine Gruppe der Palästina-Verhinderer einen großen Ansehensverlust.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Kommentar

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.