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Politik
05/02/2012

Ministerin probt großen Hackerangriff

Finanzen und Energie sind gesichert, aber Privatfirmen und Gesundheitsversorgung gefährdet. Im Juni wird ein Cyber-Angriff simuliert.

von Dominik Schreiber

Der Schaden durch Hackerangriffe ist im Vorjahr erstmals höher als der Umsatz im weltweiten Drogenhandel gewesen, sagt der Norton-Sicherheitsreport. "Cybercrime ist ein Kernthema der inneren Sicherheit geworden", sagte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner bei einem Journalistengespräch. "Bedroht sind nicht nur Bürger, sondern ganze Staaten." In den kommenden Monaten wird dieser Themenbereich deshalb ganz oben auf der Agenda des Innenministeriums stehen.

Risikoanalyse

Am 14. Mai wird das Kuratorium "Sicheres Österreich" erstmals eine Risikoanalyse für alle Bereiche des öffentlichen Lebens veröffentlichen. Erste Details zeigen, dass vor allem ein Kompetenz-Wirrwarr für Ärger in der Wirtschaft sorgen dürfte. So weiß kaum jemand, an welche Polizeidienststelle er sich wenden soll, wenn es Cyberangriffe gibt. "Sicher sind vor allem Finanz- und Energiewesen, weil es dort seit langer Zeit schon Angriffe gibt", erklärt Sicherheitsexperte Heiko Borchert, der für das Ministerium eine Studie erstellt hat. Aber im Gesundheitsbereich oder bei arglosen Privatfirmen herrsche Nachholbedarf. "Nachdem Banken ihre Systeme gut sichern, greifen Hacker etwa bei der Sony-Wii zu und holen sich dort befindliche Kreditkartendetails", sagt Borchert.

Am 12. Juni wird bei einem Planspiel im Innenministerium erstmals ein großer Cyber-Angriff auf Österreich geprobt. Dabei könnte etwa getestet werden, was ein Trojanerangriff ausrichten kann. Dieser könnte durchaus die Größenordnung des Stuxnet-Virus haben, der im Iran für grobe Probleme in den Atomanlagen gesorgt hat. Auch ein Ausfall aller Bankomaten ist ein mög­liches Szenario für so eine Übung. Immerhin: "Seit 2009 hat sich die Zahl der Hackerangriffe verzwanzigfacht", sagte Mikl-Leitner. Offiziell angezeigt wurden im Vorjahr zwar nur 241 Cyberattacken, allerdings sei die Dunkelziffer weitaus höher. "Das Melden ist für viele Firmen imageschädigend", glaubt die Ministerin. Künftig will man deshalb auch eine zentrale Mailadresse anbieten (againstcybercrime[a]bmi.gv.at) , dort können Firmen und Privatpersonen Anzeige erstatten.

 

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