Politik 31.01.2012

Mehrere Kältetote in Europa

© Bild: APA

Teile Europas leiden derzeit unter Temperaturen von beinahe minus 30 Grad. Im Baltikum erfroren vier Menschen.

Die klirrende Kälte hat Teile Europas fest im Griff, und bereits Todesopfer gefordert. In den baltischen Staaten herrschen derzeit Temperaturen von teilweise unter minus 20 Grad. Wie lokale Medien am Montag berichteten, sind in Lettland drei Menschen an Erfrierungen gestorben. Die Todesopfer seien vermutlich obdachlos gewesen. Auch in Litauen ist ein Mensch an den Folgen der Kälte gestorben. Einem Obdachlosen mussten wegen Erfrierungen die Beine amputiert werden.

In den kommenden Tagen wird sich der strenge Frost weiter verschärfen. Nach Angaben der meteorologischen Institute sind in Estland, Lettland und Litauen Anfang Februar nachts stellenweise Tiefstwerte unter minus 30 Grad möglich. Am kältesten soll es im Nordosten Estlands an der Grenze zu Russland werden. Die Behörden haben bereits erste Warnungen herausgegeben und der Bevölkerung empfohlen, ihre Häuser möglichst nicht zu verlassen.

Auch in Rumänien sind bei Temperaturen von minus 25 Grad vier Menschen erfroren. Vereinzelt blieben am Montag Schulen auf dem Land geschlossen - die Heizungen kamen nicht gegen den Frost an.

Rekordwerte

In Polen wurde am Montag der bisher kälteste Tag dieses Winters verzeichnet. In Stuposiany im Bieszczady-Gebirge im Südosten des Landes betrug die Temperatur in der Früh minus 27 Grad. Besonders frostig war es auch an der Küste, wo starke Windböen das Kältegefühl noch verstärkten. In mehreren Städten des Landes waren angesichts der angekündigten Kältewelle bereits am Wochenende

Auch in Bulgarien ist nach heftigen Schneefällen sibirische Kälte eingebrochen. Am kältesten war es mit knapp 20 Grad unter null in der Stadt Russe, berichtete die Nachrichtenagentur BTA am Montag. Für die Donaustadt sei dies ein Rekord in den vergangenen 50 Jahren.
Ähnliche Rekorde gab es in insgesamt 15 Städten des Landes. Wegen der eisigen Kälte wurde fast im ganzen Land die zweithöchste Warnstufe orange ausgerufen. In den kommenden Tagen sollen die Temperaturen weiter sinken.

Schulen blieben in Turin geschlossen

Etwas gemäßigter ist die Lage derzeit noch im Nordwesten Italiens. In der piemontesischen Metropole Turin sind knapp 20 Zentimeter Schnee gefallen. Da Gefahr durch Eisglätte drohte, blieben die Turiner Schulen am Montag geschlossen, wie Medien berichteten. Kinder bauten stattdessen auf den Plätzen der Stadt Schneemänner.

Zeitweise ohne Strom waren am Wochenende etwa 9.000 Menschen vor allem in Alessandria und Asti. Hunderte Techniker waren im Einsatz, um die Schäden - vor allem Leitungsbrüche durch das Gewicht des Schnees - zu beheben. Die Meteorologen erwarteten, dass sich die Wetterfront im Laufe des Tages nach Süden verlagert und dann von Dienstag an sibirische Kälte folgt.

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Gebrochene Eisenbahnschienen in Tschechien

Eisiger Frost hat auch Tschechien fest im Griff: Die tiefste Temperatur wurde am Montag in der Früh mit minus 20,9 Grad in der Gemeinde Svetla Hora im Altvatergebirge gemessen. Bis Ende der Woche könnte das Quecksilber nach Angaben der Meteorologen an einzelnen Orten sogar auf bis zu minus 35 Grad sinken. Auf zwei Eisenbahnstrecken im Osten des Landes brachen wegen des starken Frosts die Schienen.

Gefährlich ist auch hier die Frostwelle für die etwa 3.000 Obdachlosen in Prag. Neun von ihnen sind nach Angaben des Rettungsdienstes in diesem Winter bereits auf der Straße gestorben. Hilfsorganisationen weisen seit Jahren auf einen Mangel an festen Notunterkünften hin. Vom Plan, provisorisch eine aufblasbare Halle zu installieren, hatte die Stadt aus Sicherheitsgründen und aus Rücksicht auf Anrainer Abstand genommen.

Erstellt am 31.01.2012