Politik
05.12.2011

Massaker bei Spielkasino in Mexiko

Eine Gruppe Schwerbewaffneter drang in ein Kasino Monterreys ein und eröffnete das Feuer. 53 Menschen kamen ums Leben.

Bei einem Anschlag auf ein Kasino in der nordmexikanischen Millionenstadt Monterrey sind am Donnerstagabend 53 Menschen ums Leben gekommen. Bis zum späten Abend holten Rettungskräfte Tote und Verletzte aus dem in Flammen stehenden Gebäude des Bingo-Kasinos Royal. Scharf verurteilte Präsident Felipe Calderon die Bluttat als einen Akt des Terrors. Über das soziale Netzwerk Twitter versprach er, alles zu tun, um die Schuldigen zu bestrafen. Es setzte Einheiten der Streitkräfte in Bewegung, um die örtlichen Sicherheitskräfte zu unterstützen.

Die Einsatzkräfte setzten kurzerhand einen Bagger von einer nahe gelegenen Baustelle ein, um durch die Mauern des Kasinos zu den Eingeschlossenen vorzudringen. Rund um das Gebäude breitete sich Chaos aus. Zahlreiche besorgte Angehörige der Kasinobesucher versammelten sich am Unglücksort. "Meine Schwester arbeitete als Kellnerin im Lokal. Ich weiß nichts über ihr Schicksal. Es herrscht ein Durcheinander", sagte ein Mann.

Benzin und Handgranaten

Am Nachmittag war eine Gruppe Schwerbewaffneter in das Gebäude eingedrungen, hatte das Feuer auf die Anwesenden eröffnet, Benzin in Brand gesetzt und mehrere Handgranaten gezündet. Dabei waren nach ersten Angaben mehrere Dutzende Menschen eingeschlossen worden, nachdem in dem Gebäude ein Feuer ausgebrochen war, berichtete das örtliche Fernsehen von Monterrey. Viele Kasinobesucher hätten in den Toiletten Zuflucht gesucht, wo sie dann am Rauch erstickt seien.

Drogenkrieg

Bis zum späten Abend dauerten die Rettungsarbeiten an. Es wurde nicht ausgeschlossen, dass sich die Zahl der Opfer noch erhöhen würde. Über die Hintergründe der Tat lagen zunächst keine Angaben vor. Bürgermeister Fernando Larrezabal sagte, das Kasino sei kurz vor dem Anschlag auf Behördenanweisung geschlossen worden, da es nicht über die Genehmigungen für den Betrieb verfügt habe.

Der Anschlag trifft das vom Drogenkrieg und zunehmender Gewalt heimgesuchte Land besonders hart. Monterrey, das wichtigste Industriezentrum des nordamerikanischen Landes rund 1500 Kilometer nördlich der Hauptstadt Ciudad de Mexico ist seit Monaten eine der am schwersten vom Drogenkrieg betroffenen Städte Mexikos. Wegen der zunehmenden Unsicherheit, denken immer mehr Unternehmen daran, ihre Aktivitäten aus Monterrey in sicherere Regionen des Landes zu verlegen.

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