Politik 05.12.2011

Lust aufs Lernen machen

Schulstart. Mit der richtigen Strategie wird das kommende Schuljahr erfolgreich. So können Eltern ihre Kinder dabei unterstützen.

Jedes Schuljahr beginnt mit guten Vorsätzen: "Mein Kind gibt alle Hausübungen pünktlich ab. Es wird regelmäßig für die Schularbeiten lernen". Doch wie schaffen es Eltern, ihre Kinder im Schulalltag optimal zu begleiten?

"Jeder Mensch lernt ein bisschen anders", sagt Georg Glöckler vom G & G-Verlag, der viele Lernhilfen in seinem Programm hat. "Einige lernen den Stoff am besten durch das Schauen. Solche Kinder arbeiten z. B. gerne mit großen Plakaten über dem Schreibtisch." Wer Wissen eher über das Ohr aufnimmt, "lernt Vokabeln besonders leicht, wenn er sie sich auf ein Diktafon spricht und diese immer wieder abhört", sagt Glöckler. Andere Kinder müssen sich beim Lernen bewegen.

Doch nicht nur die richtigen Lernstrategien sind für den Schulerfolg nötig: "Kinder brauchen Rituale", sagt KURIER-Familycoach Martina Leibovici-Mühlberger. "Dazu gehört, dass der Tagesablauf immer etwa gleich ist. Deshalb sollten Buben und Mädchen immer zu einer bestimmten Zeit ins Bett." Teil des fixen Tagesablaufs sollte auch sein, "dass sich Kinder nach dem Mittagessen erst einmal eine Auszeit nehmen, um Abstand von der Schule zu bekommen", sagt Glöckler.

Aufwärmen

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© Bild: stephan boroviczeny

Erst nach dieser Pause werden Hausübungen gemacht: "In der Anfangsphase lösen die Schüler eine Aufgabe, die ihnen leicht fällt. So wärmen sie sich auf. Erst danach wagen sie sich an schwierigere Hausübungen."

Nach soviel Kopfarbeit ist erneut Zeit für eine Pause: "Da dürfen die Kinder sich bewegen. Lerngymnastik hilft z. B., Blockaden zu lösen." Dann geht es wieder an den Schreibtisch und der nächste Stoff wird gelernt. Zum Abschluss dürfen die Kinder eine "harte Nuss" knacken. "Das motiviert", meint Glöckler.

Leichter lernt der Schüler, wenn er das immer am selben Arbeitsplatz tut. "Dort sollte nichts liegen, was vom Lernen ablenkt", rät Leibovici-Mühlberger. Sehr wichtig: "Regelmäßig üben. Nur wenn ich z. B. das Einmaleins immer wieder übe, sitzt es eines Tages," sagt Glöckler. "Von den Hirnforschern wissen wir, dass Lernen eben so funktioniert."

Basis allen Lernens ist das Lesen: "Lesen Sie mit Ihrem Kind täglich. Mehr noch: Reflektieren Sie mit ihm gemeinsam, was in dem Buch steht und diskutieren Sie darüber." Doch bei aller Hilfe sollten Eltern gelassen bleiben: "Überfordern Sie Ihr Kind nicht", rät Glöckler. "Es muss ja nicht der Klassenbeste sein".

Family-Coach-Telefonsprechstunde: Montag, 13 bis 15 Uhr, 01/526 57 60

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011