Politik 05.01.2012

L.A.: Deutscher wegen 37 Bränden angeklagt

In vier Tagen wurden - vor allem in Hollywood - Dutzende Autos in Brand gesetzt. © Bild: dapd(c) AP

Der Staatsanwalt in Los Angeles legt dem Deutschen Harry B. 37 Brandstiftungen zur Last. Kolportiertes Motiv: Wut über die Einwanderungsbehörde.

Staatsanwalt Steve Cooley legt dem Verdächtigen vorerst 37 der insgesamt 53 Brände zur Last.
© Bild: EPA

Vier Tage lang versetzte ein Brandstifter Los Angeles in Angst und Schrecken – am Montag wurde zur Überraschung der Amerikaner der junge Deutsche Harry B.  festgenommen. Nun steht fest, wie viele Brände dem 24-Jährigen vorgeworfen werden. Die Staatsanwaltschaft hat ihn vorläufig in 37 Fällen der Brandstiftung beschuldigt. Harry B. würden 28 Mal einfache Brandstiftung und weitere neun Mal Brandstiftung an bewohnten Gebäuden vorgeworfen, sagte der Staatsanwalt von Los Angeles, Steve Cooley, am Mittwoch vor der ersten gerichtlichen Anhörung zu dem Fall. Cooley zufolge kann sich die Zahl der vorgeworfenen Vergehen noch erhöhen, da sie bisher nur 13 von insgesamt 53 Bränden der vergangenen Tage beträfen.

Schaden in Millionenhöhe

Ein Mann bringt seine Vögel vor dem Feuer im Carport unter seiner Wohnung in Sicherheit.
© Bild: dapd(c) AP

Die Serie von Brandstiftungen hatten Los Angeles und insbesondere Hollywood um den Jahreswechsel in Atem gehalten. Betroffen waren vor allem Autos, aber auch mehrere Häuser. Nur in der vierten (und letzten) Nacht der Brandserie gingen innerhalb von 90 Minuten ein gutes Dutzend Fahrzeuge in Hollywoods Hügeln in Flammen auf. Insgesamt entstand ein Sachschaden von drei Millionen Dollar (2,3 Millionen Euro). Zwei Menschen wurden leicht verletzt, darunter ein Feuerwehrmann. Harry B. war am Montag festgenommen worden.

"Hass auf Amerika" als Motiv?

Über die Motive des Täters wurde in den US-Medien weiter spekuliert. Laut der L.A. Times habe er gegenüber Polizisten gesagt, aus Hass auf Amerika und die Amerikaner gehandelt zu haben. Demnach wird vermutet, dass er seiner Wut über die amerikanische Einwanderungsbehörde Luft gemacht hatte. Denn gegen die Mutter des Verdächtigen läuft ein Auslieferungsverfahren, weil wegen Betrugs ein Haftbefehl gegen sie aus Deutschland vorliegt.

Es wird auch berichtet, dass der 24-Jährige geistig krank sei. Das hatte seine Mutter laut amerikanischen Medienberichten gesagt. Am Mittwoch wurde zudem bekannt, dass gegen Harry B. auch in Hessen Ermittlungen wegen des Verdachts auf Brandstiftung und schweren Betrug laufen. Hintergrund ist laut der Marburger Staatsanwaltschaft der Brand eines Fachwerkhauses im Schwalm-Eder-Kreis im vergangenen Oktober.

Erstellt am 05.01.2012