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Politik

KURIER hilft Opfern aus St. Lorenzen

Unwetteropfer benötigen jetzt konkrete Hilfe: KURIER und Bauinnung unterstützen eine betroffene Familie beim Wiederaufbau ihres Heimes.

von Elisabeth Holzer-Ottawa

07/28/2012, 02:16 PM

Gundi Gabler hetzt zum Rüsthaus. Heiße Knödel und Braten bringt sie mit, von ihr zubereitet in einem Gasthaus für die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Bundesheer. Kochen in der eigenen Küche kann sie nicht. Sie ist selbst Unwetteropfer. Dennoch packt die 52-Jährige bei den Hilfsmaßnahmen mit an: "Das ist selbstverständlich."

Später sitzt Gabler auf einem Plastiksessel vor ihrem verwüsteten Haus. "Da war die Garage, da der Stall. Ihr hättet sehen sollen, wie schön das alles früher war."

"Früher" ist eine Woche her: Am 21. Juli, kurz nach fünf Uhr früh, verwüstete eine Mure halb St. Lorenzen, eine Katastralgemeinde von Trieben. Hunderte Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Die Gefahr ist nicht vorbei (siehe Artikelende).

Familie Gablers 400 Jahre altes Bauernhaus wurde wie viele andere Häuser schwer getroffen: Das Erdgeschoß ist verwüstet, Fenster und Eingangstür sind kaputt. Doch die Steirer sind dankbar, dass niemand verletzt wurde. "Meine Frau ist im ersten Schock nach unten gelaufen. Dann ist sie bis zur Hüfte im Schlamm gesteckt", erinnert sich Heinz Gabler, der am Vorabend des Unglücks seinen 60. Geburtstag gefeiert hatte. "Ich hab’ dann nur geschrien: Aussi, alle aussi!"

Schnelle Hilfe

Jetzt geht es an den Wiederaufbau. Der KURIER will in Kooperation mit der Bundesinnung Bau der Wirtschaftskammer Österreich sofort helfen: Die Innung übernimmt Materialkosten für neue Fenster und eine Eingangstür sowie Fassadenarbeiten am Gabler-Haus.

Bereits Freitag waren die Experten vor Ort: Baumeister Helmuth Distlinger und Lieferant Walter Mayerhofer maßen aus, nahmen Daten auf. Distlinger, zudem Vizebürgermeister von Trieben, übernimmt neben den nötigen Arbeiten des Fensterausbaus auch den Verputz und die Ausbesserungsarbeiten an der Fassade. "Ich bin als Triebener sehr betroffen", begründet Distlinger seine Unterstützung der Aktion des KURIER und der Innung Bau. "Ich hab’ so eine Verwüstung noch nie gesehen." Fensterlieferant Mayerhofer verspricht, die Materialien zum Einkaufspreis zu besorgen. Auch aus persönlicher Verbundenheit, ist er doch Kapellmeister in St. Lorenzen. "Da fühlt man so mit, als wär’ man selbst betroffen. Der Armin und die Ute sollen’s als Hochzeitsgeschenk sehen."

Ute Gabler, 25, und Armin Torggler, 28, leben mit Utes Eltern in dem Haus. Eigentlich wollten sie am 11. August heiraten, doch Ute zuliebe wird die Hochzeit um einige Wochen verschoben. "Ich möcht ihn ja unbedingt heiraten. Aber ich mag schon danach in unser Haus zurück." Wahrscheinlich könnte es nun September werden. Da dürften dann auch schon die Tür und Fenster montiert sein.

Die Angst vor einer neuen Katastrophe bleibt aber. "Natürlich", sagt Ute. "Aber das hier ist mein Daheim. So viel Angst kann ich gar nicht haben, dass ich nicht mehr hier herziehe."

SPENDENKONTEN: Caritas, "Soforthilfe Unwetterkatastrophe Steiermark", PSK, Konto-Nr.: 7.925.700. Volkshilfe, "Unsere Gemeinden unsere Hilfe", BAWAG/PSK, Konto-Nr.: 86210 064 984

Angst vor neuen Unwettern im ganzen Land

In Trieben hat sich die Situation Samstag wieder verschärft: Die Bezirkshauptmannschaft Liezen ordnete die erneute Evakuierung von Gebäuden im Ortsteil Schwarzenbach an, rund 140 Menschen sind davon betroffen. Das sei eine Vorsorgemaßnahme, heißt es: Durch die erwarteten neuen Gewitter in der Nacht zum Sonntag könnte es wieder zu Murenabgängen oder Hangrutschungen kommen.

In St. Lorenzen wurde die bestehende Evakuierung ausgeweitet. 110 Bewohner dürfen vorerst nicht in ihren Häusern bleiben. In der Nachbargemeinde Gaishorn wurde ein Gebäude sicherheitshalber evakuiert.

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik hat eine Außenstelle in Trieben eingerichtet. So sollen lokale Gewitterzellen noch schneller erkannt werden. Am Sonntag werden sowohl in der Obersteiermark, als auch im Süden und Osten teils starke Gewitter erwartet. Neuerliche lokale Unwetter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel sind nicht ausgeschlossen.

Auch im Rest Österreichs kann jederzeit mit teils kräftigen Regenschauern und einzelnen Gewittern gerechnet werden. Von Westen her zieht eine Kaltfront durch. Infolgedessen werden in Oberkärnten bereits am Vormittag Regenschauer und Gewitter erwartet. In Unterkärnten und Burgenland sind ab Mittag gewittrige Schauer zu erwarten. Lokal besteht Unwettergefahr.

Nach Abzug nächtlicher Gewitter, ziehen in Wien, Niederösterreich und Salzburg häufig neue dichte Wolken mit Regenschauern und Gewittern durch. Zwischendurch zeigt sich aber auch die Sonne. Im Süden des Landes ist es zunächst noch recht freundlich. Am Nachmittag wird es jedoch auch hier zunehmend gewittrig.

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