Klagenfurt: Hitler nicht mehr Ehrenbürger

Foto: klagenfurt tourismus fritz rathaus

Kärnten - Nach Braunau und Amstetten zieht auch Landeshauptstadt einen historischen Schlussstrich.

Nach Braunau hat jetzt auch Klagenfurt Adolf Hitler die Ehrenbürgerschaft aberkannt. Ein entsprechender Beschluss wurde am Dienstag im Gemeinderat gefällt.

Bürgermeister Christian Scheider (FPK) hatte bereits nach Aufflammen der jüngsten Diskussion über Hitlers noch bestehende Ehrenbürgerschaften in Österreich reagiert und am 26. Mai per Notverordnung Hitler eine "mögliche Ehrenbürgerschaft" aberkannt.

Der Beschluss des Gemeinderates war nur ein Formalakt. Historisch ist es nicht sicher, ob der "Führer" in der "Hauptstadt des Ersten Gaus" de jure Ehrenbürger war. "Einen formalen Beschluss des Gemeindetages von März oder April 1938 gibt es nicht", sagt der Direktor des Landesarchivs, Wilhelm Wadl. Dass es Zeitungsartikel von damals gibt, in denen sogar die Verleihungsurkunde abgebildet ist, ist für ihn "Ausdruck, dass in der Öffentlichkeit der Eindruck einer offiziellen Verleihung erweckt wurde". Das sei ein "symbolischer, aber rechtlich irrelevanter Akt" gewesen. Aber auch aus einem zweiten Grund wäre es nicht notwendig, Hitler die Ehrenbürgerschaft abzuerkennen. "Nach dem Stadtrecht, das auf die Monarchie bzw. die Erste Republik zurückgeht, ist die Klagenfurter Ehrenbürgerschaft an lebende Personen gebunden", sagt Wadl. "Denn damit sind etwa das Wahlrecht und der Anspruch auf soziale Betreuung verbunden. Das aber ist bei einem Toten obsolet."

Mehr zum Thema

(kurier) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?