Kindsvater: Es war keine "Entführung"

Oliver Weilharter, 5, vom Vater entführt
Foto: Privat Oliver geht es nach Angaben des Vaters "super". Die Mutter kann das nicht glauben.

Im dänischen Privatfernsehen versuchte Kindsvater Thomas S. seine Aktion zu rechtfertigen: "Es gab eine gewisse Dramatik."

Um eine "Entführung" habe es sich keinesfalls gehandelt – versuchte sich nun jener Mann, der vergangenen Dienstag seinen fünfjährigen Sohn von Graz nach Dänemark gebracht hatte, gegenüber dem dänischen Privatsender TV2 zu rechtfertigen.

"Natürlich gab es eine gewisse Dramatik", räumte Thoms S. ein. Die Mutter sei "erschrocken" gewesen und habe geschrien, dies habe wiederum den Buben erschreckt. "Er fragte: `Was passiert da?`, und ich habe ihm ruhig erklärt, dass seine Mutter erschrocken sei, weil wir da waren - weil sie damit nicht gerechnet hatte. Mehr war nicht dabei." „Natürlich" sei es dabei nötig gewesen, die Mutter zurückzuhalten - dies habe sein Begleiter getan. Über dessen Identität wurden in dänischen Medien keine Angaben gemacht.

Das Kind habe nach Ansicht des Vaters unter der Situation keinesfalls gelitten - "ganz im Gegenteil.“ "Oliver geht es super, er war froh, als wir zu Hause waren und auch auf der Reise guter Dinge."

Auch die Mutter kam in dem TV-Beitrag zu Wort. Sie widerspricht dem Vater wenig überraschend. "Ich weiß nicht, wie es ihm (dem Buben, Anm.) wirklich geht. Ich kenne meinen Sohn gut genug, um zu wissen, dass ihm das schadet."

Internationaler Haftbefehl gegen den Vater

Österreich hat gegen den Dänen einen internationalen Haftbefehl erwirkt. In seiner Heimat war der Vater zuerst untergetaucht, hatte sich in der Folge aber den Behörden gestellt. Derzeit befindet er sich auf freien Fuß, das weitere Vorgehen will die dänische Polizei nach Ostern prüfen.

Kern des Konflikts sind zwei widersprüchliche Gerichtsentscheide: Mutter und Kind hatten rund eineinhalb Jahre in Österreich gelebt. In Dänemark wurde dem Vater die Obsorge zugesprochen, und zwar im Vorjahr, in Österreich der Mutter. Der Vater beruft sich naturgemäß auf den dänischen Rechtsspruch. Er ist medial seit längerem aktiv, hatte bereits im Vorjahr seinen Fall im Fernsehen dargelegt und in den vergangenen Tagen mehrere TV-Interviews gegeben.

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(apa / js) Erstellt am
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