Politik
03.01.2012

Kim-Trauerfeier: Wärmendes war verboten

Mütze oder Handschuhe waren beim Abschied vom Diktator kaum zu sehen – Nordkoreas Regime hatte es trotz Eiseskälte so gewünscht.

Als Nordkoreas verstorbener Diktator Kim Jong-Il vergangene Woche in einer bombastischen Inszenierung zu Grabe getragen wurde, herrschte dichtes Schneetreiben und Eiseskälte. Dagegen schützen durfte sich die Bevölkerung nicht: Die nordkoreanischen Behörden erließen offenbar das Verbot, Mütze, Schal und Handschuhe zu tragen.

Wie die in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul ansässige Online-Zeitung Daily NK berichtete, wurde die Bevölkerung aufgefordert, es dem Sohn und Nachfolger des Verstorbenen, Kim Jong-un, gleich zu tun. Dieser werde ebenfalls ohne Mütze und Handschuhe den Sarg seines Vaters begleiten.

Örtliche Behördenvertreter sagten den Nordkoreanern zudem, es werde bei den Feierlichkeiten geprüft, ob sie sich an die Vorgaben hielten. Auf von Nordkorea verbreiteten Bildern der Trauerfeier in Pjöngjang waren dann tatsächlich fast ausschließlich Menschen ohne Mützen und Handschuhe zu sehen. Am Tag der Trauerfeier herrschten in Pjöngjang nach Angaben aus Seoul minus neun Grad.

Bei Fluchtversuch erschossen

Indessen sollen bei einer versuchten Flucht nach China drei Nordkoreaner erschossen worden sein. Die drei etwa 40-jährigen Männer hätten versucht, das Land über den Grenzfluss Yalu zu verlassen, sagte der Aktivist Do Hee-youn. Menschen, die auf chinesischer Seite gewartet hätten, um den Flüchtlingen zu helfen, hätten die Szene beobachtet.

Do sagte, es sei sehr "selten", dass nordkoreanische Grenzbeamte sofort das Feuer auf Bürger eröffnen, die zu fliehen versuchen. Aktivisten befürchten daher, dass Nordkoreas Behörden ihr Vorgehen verschärften, um nach dem Tod von Kim Jong-il Flüchtlingswellen zu unterbinden. Laut Do Hee-youn verbreiteten die Grenzbeamten die Nachricht rasch weiter,  um mögliche Nachahmer abzuschrecken.

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