Politik
05.12.2011

KFOR: Verwundete Soldaten kehrten heim

Auf dem Militärflughafen Hörsching landeten zwei Maschinen mit sieben KFOR-Soldaten, die im Kosovo verletzt worden sind.

Es ging eigentlich nur um die Räumung einer serbischen Straßensperre im Kosovo. Dass aber auf der anderen Seite Söldner mit Brand- und Splittergranaten warteten und dahinter Scharfschützen mit scharfer Munition in Stellung gebracht waren, mussten österreichische und deutsche KFOR-Soldaten am Montagnachmittag schmerzhaft erfahren.

Die Lage eskalierte und endete blutig: 19 deutsche und elf österreichische Soldaten wurden bei dem Hinterhalt verletzt. Nachdem der deutsche Bataillonskommandant wegen eines Armdurchschusses außer Gefecht gesetzt worden war, übernahm der 48-jährige Oberstleutnant Franz Pirker aus Klagenfurt das Kommando über den deutsch-österreichischen Verband. Und Pirker verspricht: "Wir werden unseren Auftrag weiter erfüllen."

Sieben der elf verwundeten Österreicher - allesamt vom Panzergrenadierbataillon 13 in Ried - sind am Mittwoch in zwei Etappen mit einer Herkules C-130 Transportmaschine aus der Krisenregion geflogen worden. Die erste Maschine landete um 14.15 Uhr am Militärflughafen Hörsching, gegen 17.15 Uhr setzte die zweite Maschine auf dem Rollfeld auf.

Künstlicher Tiefschlaf

Die schwerer Verletzten wurden auf Bahren aus den Flugzeugen gehoben, in Sanitätsfahrzeuge geladen und in Spitäler nach Linz und Ried gebracht. Als Letzter wurde der 24-jährige Manuel S. aus der fliegenden Intensivstation geholt. Ihn hatte es bei dem Vorfall am Schwersten erwischt. Der aus Mehrnbach (OÖ) stammende Korporal ist an der Lunge so schwer verletzt worden, dass er vorübergehend in künstlichen Tiefschlaf versetzt werden musste.

Sein Bruder Mario kam extra mit seiner Frau und den beiden Söhnen nach Hörsching, um Manuels Ankunft mit eigenen Augen mitzuerleben. "Ich bin erleichtert", sagte er und lobte die Informationspolitik des Heeres in den höchsten Tönen. "Unsere Familie ist über Manuels Gesundheitszustand immer auf dem Laufenden gehalten worden." Beruhigende Prognosen kommen von Fliegerarzt Jakob Sobczak: "Einer vollständigen Genesung steht nichts im Weg."

Der ersten Maschine entstieg auch der 24-jährige Zugsführer Pascal Unger aus Steyregg. Ein Granatsplitter hatte seine rechte Schulter getroffen und er leidet an einem Knalltrauma auf dem rechten Ohr. "Mit geht es schon wieder ganz gut. Der Splitter ist herausoperiert und der Tinnitus dürfte sich in 14 Tagen gelegt haben."

Explosion

Unger schildert den gefährlichen Zwischenfall bei der Räumung der Straßensperre im Dorf Jagnjenica im Norden des Kosovo: "Es sind Molotowcocktails und Granaten explodiert. Und es sind Schüsse gefallen." Um sein Leben habe er nicht gefürchtet: "Es waren nur unsere Arme, Beine und Schultern gefährdet - wir hatten ja Helme und Schutzwesten." Die Eskalation sei überraschend gekommen: "Auf solche Ernstfälle sind wir aber trainiert - es geht einem in Fleisch und Blut über, wie man darauf am besten zu reagieren hat."

Info: Österreicher im Auslandseinsatz

Zahlen 1500 Soldaten hat das Bundesheer insgesamt im Ausland. Mit 460 Soldaten gehört das Kontingent im Kosovo zu den stärksten.

ORF-Bataillon Wegen anhaltender Spannungen im Norden stationierte die NATO vorübergehend ein ORF-Bataillon (Operational Reserve Forces). Dazu gehören weitere 150 Österreicher.

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