Politik 07.04.2012

"Karfreitagswunder" bei Kampfjet-Absturz

© Bild: dapd

In der Nähe von Virginia Beach krachte ein US-Kampfjet in ein Wohngebiet. Es gab lediglich sieben Leichtverletzte.

Nachdem der Gouverneur des US-Bundesstaats Virginia, Bob McDonnell, von dem Absturz eines Marine-Kampfjets mitten in eine Wohnanlage gehört hatte, hoffte er gegenüber dem Nachrichtensender CNN auf ein " Karfreitagswunder". Es dürfte eingetreten sein. Bis Samstag früh (Ortszeit) gab es lediglich sieben Leichtverletzte. Nach drei Hausbewohnern wird laut CNN noch gesucht. Sie seien aber nicht vermisst gemeldet worden, zitierte der Sender den örtlichen Feuerwehrchef Jim Riley.

Der Absturz in Virginia Beach hatte so schwere Verwüstungen angerichtet, dass zunächst zahlreiche Todesopfer und Verletzte befürchtet worden waren. Wie Riley schilderte fingen fünf Gebäude Feuer. Sie wurden teilweise schwer beschädigt. Zwei stürzten ein. Fernsehbilder zeigten brennende Dachstühle, dicke schwarze Rauchschwaden und verstreute Trümmerteile.

Alle sieben Verletzten wurden zunächst in ein Krankenhaus in Virginia gebracht. Dazu zählten die beiden Besatzungsmitglieder des Jets, die sich gerade noch rechtzeitig mit dem Schleudersitz retten können, sowie ein Polizist und ein freiwilliger Helfer am Unfallort. Bis auf ein Crewmitglied seien alle Patienten noch am Freitag aus dem Krankenhaus entlassen worden.

"Katastrophales" Maschinenproblem

Die zweisitzige Marine-Flugzeug vom Typ F/A-18D war kurz nach dem Start auf dem nahe gelegenen Militärflugplatz Oceana in den Hof eines Mietwohnungskomplexes in Virginia Beach gekracht.

Die Marine geht davon aus, dass ein "katastrophales" Maschinenproblem den Unfall verursachte. Darauf wiesen unter anderem Augenzeugenberichte hin, nach denen das Flugzeug kurz vor dem Absturz Treibstoff verloren habe, sagte Sprecher Mark Weisgerber auf einer im US-Fernsehen übertragenen Pressekonferenz.

Das Flugzeug gehörte nach Angaben von Marine-Sprecher Weisgerber zu einer Ausbildungsschwadron. Am Steuer habe ein Flugschüler gesessen, hinter ihm ein erfahrener Fluglehrer. Augenzeugen schilderten im US-Fernsehen, beide Crewmitglieder hätten nach der Fallschirmlandung auf dem Boden nahe dem Flugzeugwrack aufstehen und laufen können. Einer von ihnen habe sich sofort dafür entschuldigt, dass die Maschine in die Wohnanlage gestürzt sei, sagte einer der Zeugen, Pat Kavanaugh, dem Sender CNN.

Erstellt am 07.04.2012