Politik 05.12.2011

Kampf gegen die Laser-Hooligans

Störer blenden immer öfter Piloten durch Laser-Blitze. Das ist eine Gefahr für die Sicherheit. Strafen werden gefordert.

Auf dem Fußballfeld attackieren Sportfans immer wieder die Spieler der gegnerischen Mannschaft mit Laser-Strahlen. Grelles Licht trifft einen Stürmer, er ist geblendet, sieht nichts mehr, ist blockiert und kann nicht weiterspielen.

Jetzt kommt es immer öfter vor, dass Piloten beim Start oder bei der Landung von Laser-Blitzen getroffen werden, minutenlang wird ihnen das Sehvermögen genommen. Für die Kapitäne der Flugzeuge ist es ein großes Sicherheitsrisiko, Piloten-Vereinigungen schlagen Alarm. "Ich selbst hatte schon drei Vorfälle über Wien", schilderte Peter Swoboda, Vorstandsmitglied des Verbandes der österreichischen Verkehrspiloten, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit EU-Abgeordnetem Jörg Leichtfried in Wien.

Keine Sicht

Zwei Mal wurde Swoboda in der Nacht geblendet. "Der Laserpunkt streut sich an der Scheibe der Cockpit-Kanzel, den Piloten wird vorübergehend jede Sicht genommen." Swoboda ist auch Direktor der International Federation Airline Pilots Association und sorgt sich um die Sicherheit seines Berufsstandes. "Wenn die Blendung vor der Landung andauert, kann man nur mehr den Anflug abbrechen, durchstarten und neu anfliegen. Wenn es von der Witterung her geht, sollte das auf einer anderen Landepiste geschehen, um dem Angreifer keine Chance mehr zu geben."

20 Blendungen hat die Austro-Control im vergangenen Jahr registriert, die Dunkelziffer liegt nach Angaben vieler Piloten aber aber viel höher. Jetzt soll es den Verursachern des Problems - sehr oft sind es junge Leute, die in der Gefährdung anderer einen Sport sehen - an den Kragen gehen.

Leichtfried verlangt von der EU-Kommission ein Einfuhrverbot von Laser-Pointern aus Südostasien, ein Verkaufsverbot dieser Geräte sowie die Einführung drakonischer Strafen. In den USA, wo die Laser-Attacken vor einigen Jahren begonnen haben, wird das Delikt bereits strafrechtlich geahndet. In Russland nehmen die Vorfälle ebenfalls massiv zu, für Laser-Hooligans gibt es Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren.

Laut US-Flugsicherheitsbehörde gab es rund 2800 Fälle im Jahr 2010. In Großbritannien wurden im Vorjahr 1494 Attacken gemeldet.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011