Politik
16.12.2011

"Joachim" stürmt auf Wien zu

In Westösterreich sorgt das Sturmtief immer wieder für Behinderungen. Am Abend soll der Wintersturm die Bundeshauptstadt erreichen.

Das Sturmtief "Joachim" bahnt sich seinen Weg in Richtung Bundeshauptstadt. Am Abend wird in Wien mit Windspitzen bis 90 Stundenkilometern gerechnet. Schon am Freitagvormittag hat "Joachim" im Gasteinertal im Salzburger Pongau für erheblichen Schaden und Verkehrsbehinderungen gesorgt. Ein vom Wind geknickter Baum fiel auf die Oberleitung der Tauernbahn und unterbrach die Stromversorgung. Die Strecke musste bis voraussichtlich 20 Uhr gesperrt werden.

Zu Mittag erreichte "Joachim" auch die Steiermark. Die B114 Triebener Straße zwischen Hohentauern und Trieben musste in beide Richtungen wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden.

Gegen 15 Uhr mussten in Vorarlberg die Feuerwehren gleich mehrfach ausrücken: Laut Auskunft der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) in Feldkirch betrafen die Notrufe zum Großteil umgeknickte Bäume, die Straßen und Wege blockierten. In zwei Fällen - in Hohenems (Bezirk Dornbirn) und in Mittelberg (Kleinwalsertal) - mussten Hausdächer gegen den Starkwind gesichert werden, hieß es.

Wochenende

Laut den Wetter-Experten von UBIMET wird der Samstag an der Alpennordseite winterlich. Es ziehen teils dichte Wolkenfelder mit einigen Schnee-, in tieferen Lagen auch Schneeregenschauern durch. Im Süden bleibt es dagegen trocken, zumindest zeitweise kommt auch die Sonne zum Vorschein. Der Wind im Donauraum und im östlichen Flachland sowie generell auf den Bergen weht stark bis stürmisch aus West bis Nordwest. Die Tageshöchstwerte liegen zwischen -3 und +5 Grad.

Der Sonntag verläuft im Westen und Norden weiterhin wechselhaft, hier ziehen im Tagesverlauf ein paar Schneeschauer durch. Sonst überwiegt trockenes Wetter. Im Süden zeigt sich auch die Sonne für längere Zeit. Der Wind ist deutlich schwächer als an den Vortagen, im Donauraum frischt er mitunter noch lebhaft aus West auf. Mit Höchstwerten zwischen -3 und +5 Grad bleibt es kühl.

 

Stromausfälle in Frankreich

Schwierigkeiten machte der Wind vor allem in Deutschland. Bei Neuschnee und glatten Straßen waren die Staus im Sauer- und Siegerland bis zu 20 Kilometer lang, auch in Thüringen häuften sich nach heftigen Schneefällen Verkehrsprobleme. Im Hunsrück standen zahlreiche Straßen unter Wasser und in der Südwestpfalz musste der Regionalverkehr der Bahn wegen umgestürzter Bäume gestoppt werden.

In Frankreich hat das Sturmtief "Joachim" am Freitag in hunderttausenden Haushalten für Stromausfälle gesorgt. Fast 400.000 Wohnungen seien betroffen gewesen, sagte Innenminister Claude Gueant im Radiosender France Info. Dutzende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Zwei Kilometer vor der Küste der Bretagne erlitt ein Frachter Schiffbruch, vor der als Urlaubsziel beliebten Halbinsel Quiberon lief Öl aus. Ein Ölteppich von einem mal fünf Kilometern Größe bewegte sich auf das Festland zu, die Behörden setzten den Rettungsplan "Polmar" in Kraft. Die unter maltesischer Flagge fahrende "TK Bremen" hatte 180 Tonnen Heizöl und 40 Tonnen Diesel geladen.

In der Nacht war "Joachim" mit Geschwindigkeiten von bis zu 130 km/h über den Westen Frankreichs hinweggefegt.

 

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