Politik
08.04.2012

Iran lehnt Atomgespräche ab

Unter keinen Umständen werde sich der Iran von seinem zivilen Atomprogramm abbringen lassen, so Präsident Ahmadinejad.

Vor den für Ende kommender Woche geplanten, neuen Atomgesprächen hat die iranische Führung Forderungen nach Schließung einer Atomanlage und einem Anreicherungsstopp für Uran zurückgewiesen. Solche Vorgaben seien nicht sinnvoll, sagte der Direktor der iranischen Atomenergiebehörde, Fereydoun Abbasi-Davani, am Sonntag nach Angaben der Agentur Isna. Präsident Mahmoud Ahmadinejad bekräftigte seine Position, wonach der Iran sich unter keinen Umständen von seinem zivilen Atomprogramm abbringen lasse.

Abbasi-Davani sprach von "unlogischen" Forderungen. Der Iran werde nur so viel angereicherten Brennstoff produzieren, wie für "unseren Reaktor in Teheran und den zweiten Forschungsreaktor" benötigt werde, den das Land noch errichten wolle. Zwischen den Anlagen in Fordow (Fordo) und Natanz (Natans) gebe es "keinen Unterschied", fügte Abbasi-Davani hinzu. Beide Anlagen seien "wegen des Risikos von Angriffen" unterirdisch angelegt worden.

Der Westen will den Iran in dieser Woche bei den ersten Atomverhandlungen seit mehr als einem Jahr zuallererst zur Aufgabe der hochgradigen Urananreicherung drängen. Kurzfristige Priorität für die USA und ihre Verbündeten hätten ein Ende dieser Anreicherung sowie die Schließung der umstrittenen unterirdischen Anlage Fordow, sagte am Sonntag ein hochrangiger Mitarbeiter der US-Regierung der Nachrichtenagentur Reuters, nachdem es zuvor schon dahingehende Medienberichte darüber gegeben hatte.

Mehrere westliche Regierungen - allen voran die USA - verdächtigen Teheran, unter dem Deckmantel seines zivilen Atomprogramms am Bau einer Bombe zu arbeiten. Die iranische Führung bestreitet dies. Die USA und die Europäische Union wollen mit verschärften Sanktionen die Ölausfuhren des Iran beschneiden. Israel fühlt sich vom Iran in seiner Existenz bedroht und erwägt einen Angriff auf die Atomanlagen. Die dritte Runde der Atomgespräche zwischen dem Iran und den fünf UNO-Vetomächten USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland ist für Freitag und Samstag geplant. Zuletzt hatten auch die beiden übrigen UNO-Vetomächte Russland und China ihr "Bedauern" darüber ausgedrückt, dass der Iran seine Uran-Anreicherung ausgebaut hat.

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